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Langenfeld
Poller sichern City gegen Auto-Terror

Langenfeld: Poller sichern City gegen Auto-Terror
FOTO: graf
Langenfeld. Zum Schutz der Langenfelder Fußgängerzone werden versenkbare Poller und starre Hindernisse installiert, die Lkw und auch Pkw abhalten sollen. Von Stephan Meisel

In der heutigen Ratssitzung haben die Stadtpolitiker kaum eine andere Wahl, als mit "Ja" zu stimmen. Es sei ein "Fall äußerster Dringlichkeit" - so heißt es in einem Verwaltungsantrag zum Einbau versenkbarer Poller. Diese und weitere Barrieren sollen die Fußgängerzone gegen Anschläge wie in Berlin und Nizza schützen, wo Terroristen mit Lastwagen in die Menge gerast waren und viele Menschen getötet hatten. Mit einem Nachschlag von 357.000 Euro soll der Rat den bereits in Auftrag gegebenen Einbau von fünf Anlagen an den Zufahrten in die Fußgängerzone absegnen, für die insgesamt 544.000 Euro veranschlagt sind.

Eigentlich sollten die neuen Zufahrtssperren bereits beim Stadtfest vom 13. bis 16. April ihre Bewährungsprobe haben. "Doch dies wird nicht zu schaffen sein", sagte gestern der städtische Chefplaner Ulrich Beul. Trotz der vorab an die beauftragte Firma gegebenen Finanzierungszusage sei frühestens Anfang Mai mit der Inbetriebnahme zu rechnen. Nach Angaben der Ersten Beigeordneten Marion Prell werden beim Stadtfest die Zufahrten diesmal noch mit Betonblöcken und mobilen Barrieren gesichert - so wie zuletzt etwa beim Weihnachtsmarkt.

Den Zuschlag bekam ein Unternehmen, das seit 1992 mit hydraulischen Pollern und deren Steuerung per firmeneigener Software erfahren ist. Die in Italien hergestellten Anlagen sollen den Aufprall eines Lastwagens mit Tempo 80 aushalten. "Die Fußgängerzone muss bei großen Festen so gesichert sein, dass kein Lkw mit hohem Tempo reinfahren kann", hatte Bürgermeister Frank Schneider vor dem Ratsbeschluss im Juli gesagt. "Sonst bekommen wir von der Polizei für unsere Feste keine Zustimmung."

Wie die Grafik zeigt, sollen am Rand der Fußgängerzone hydraulisch versenkbare Poller an den Zufahrten Solinger-, Friedhof- und Ganspohler Straße in den Boden eingelassen werden. Nach Angaben des städtischen Tiefbauamtsleiters Franz Frank wurden die im vergangenen Jahr präsentierten Pläne noch einmal überarbeitet, um auch Anschläge mit Pkw wie in London zu verhindern. Deshalb würden neben den versenkbaren Pollern zusätzlich überall noch starre Poller fest eingebaut, so dass auch schmale Autos nicht daran vorbeifahren können. Als zusätzliche Barrieren werden vor allem an der Solinger Straße bepflanzte Betonkästen und massive Betonquader mit Sitzgelegenheiten aufgestellt.

Laut Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath sollen die neuen Hochsicherheitspoller den Aufprall eines Lastwagens aushalten, auch wenn dieser zuvor stark beschleunige. Starre Barrieren für Autos seien in der Fußgängerzone nicht möglich. "Die Sperren müssen so gestaltet sein, dass jederzeit Rettungsdienst und Feuerwehr sie passieren können." Dazu wurden zuletzt bei Großveranstaltungen in der City große Wassertanks oder auch Betonblocks platziert und zusätzlich Lkw quergestellt, die bei Bedarf ein Stück zurücksetzten, um etwa Rettungswagen ein- und ausfahren zu lassen. Die Personalkosten hierfür summierten sich jährlich auf einen hohen fünfstelligen Betrag, die bei einer Sicherung des Wochenmarkts durch Lkw weiter ansteigen würden.

Die Feuerwehr kann die hydraulischen Poller nach Benzraths Angaben für die Einfahrt etwa eines Rettungswagens "zentral heben und senken". Die tunnelartigen Zufahrten von der Bachstraße und vom Sändchen zum Marktplatz bekommen übrigens wegen der für Lkw zu niedrigen Durchfahrthöhe keine Poller.

Bürgermeister Frank Schneider verspricht sich durch die neuen Poller und Barrieren nach eigenen Worten auch den zusätzlichen Effekt, dass außerhalb der hierfür festgelegten Lieferzeiten (6-11 und 18-20 Uhr) keine Autos mehr in der Langenfelder Fußgängerzone sein werden.

Quelle: RP
 
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