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Monheim
Priestermangel verändert Messzeiten

Monheim: Priestermangel verändert Messzeiten
Burkhard Hoffmann - hier vor St. Dionysius in Baumberg - ist der einzige Pfarrer in der mit St. Gereon Monheim fusionierten Gemeinde. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Nachdem im Mai erstmals eine Sonntagsmesse in der St.-Gereon-Kirche ausfallen musste, hat sich der Pfarrgemeinderat nun auf ein neues Konzept für die Messzeiten geeinigt, das den wachsenden Priestermangel einbezieht. Von Heike Schoog

Danach wird es künftig in St. Gereon sonntags um 10 Uhr eine Messe geben, in St. Dionysius beginnt sie um 11.30 Uhr (statt bisher 10 Uhr). Darüber hinaus gibt es am Sonntag noch einen Gottesdienst in St. Ursula (18 Uhr). Die Vorabendmessen am Samstag beginnen um 17 Uhr in St. Johannes und um 18.30 Uhr in St. Dionysius. Das teilt Pfarrsekretärin Ingrid Anschütz mit.

Hintergrund für diese Neureglung, die ab heute gilt, ist der Ausfall von insgesamt zwei Messen in den vergangenen Wochen. Pfarrer Burkhard Hoffmann, der üblicherweise in St. Geron die Messe zelebriert, war zum Beispiel am 21. Mai auf Pilgerfahrt. Trotz intensiver Bemühungen, so teilte die Gemeinde seinerzeit mit, konnte kein Ersatz gefunden werden.

Mit den geänderten Messzeiten reagiert die Gemeinde auf den Priestermangel, der ein deutschlandweites Problem ist und jetzt auch in Monheim spürbar wird. Es zeige sich die Notwenigkeit, "die Messfeiern so zu legen, dass nicht mehr zwei Messen zur selben Zeit gehalten werden", schreibt Anschütz. Das bedeute, dass eine der drei Sonntags-Messen auf den Vorabend verlegt werden muss. "Um diese Entscheidung hat sowohl das Seelsorgeteam als auch der Pfarrgemeinderat in einer Sondersitzung intensiv gerungen", so Anschütz. Schließlich habe sich die Auffassung durchgesetzt, dass an den beiden ehemaligen Pfarrkirchen (St. Gereon und St. Dionysius), die zugleich die ältesten in der Stadt sind, am Sonntag die Heilige Messe stattfinden soll. Die 11.30-Uhr-Messe in St. Johannes werde jetzt - schweren Herzens - auf den Vorabend verlegt. Der Pfarrgemeinderat sei sich bewusst, dass diese Regelung besonders bei Spätaussiedlern nicht ungeteilt begrüßt werden wird. Im Zuge dieser Änderung wird dann auch die Vorabendmesse in St. Dionysius auf 18.30 Uhr verlegt, damit keine Messen zeitgleich stattfinden.

"Wir sind als Pfarrgemeinderat mit dieser Lösung sehr zufrieden. Wir mussten keine Messe streichen", sagt der neue Vorsitzende des Gremiums, Markus Jöbstl, der die Aufgabe von Ursula Budde übernimmt, die aus persönlichen Gründen aufgehört hat.

Hintergrund für die konsequente Umstrukturierung ist auch die Annahme, dass es in einigen Jahren noch weniger Priester und Kapläne geben wird, die eine Messe zelebrieren dürfen, begründet der Pfarrgemeinderat seinen Vorstoß.

Die Vorabendmesse in St. Ursula (Pfarrer-Franz-Böhm-Haus) wird vorläufig beibehalten. Bernd Wehner vom Kirchenvorstand hatte im Vorfeld der Beratungen zu Bedenken gegeben, dass das Pfarrer-Franz-Böhm-Haus ohne Gottesdienstfunktion für eine 15.000-köpfige Gemeinde zu groß sei.

Die Zahl der Geistlichen, die eine Heilige Messe (mit Eucharistie) zelebrieren dürfen - Pfarrer und Kapläne vor allem - ist nach Angaben der Katholischen Kirche in Deutschland in 45 Jahren von rund 26.000 (1970) auf etwa 14.000 (2015) zurückgegangen, die Zahl der Neupriester von 303 auf 58.

In Monheim und Baumberg gab es 1970 insgesamt zwei Pfarrer und mindestens zwei Kapläne, hinzu kamen Subisidiare, Aushilfsgeistliche. Seit dem Ausscheiden des Baumberger Pfarrers Erhard März in den Ruhestand vor fünf Jahren verfügt die fusionierte Gemeinde St. Gereon und Dionysius nur noch über einen Pfarrer und einen Kaplan.

Mit je einem zusätzlichen Diakon, einem Gemeindereferenten und der neuen Verwaltungsleiterin, die das Pastoralteam von Büroaufgaben entlastet, ist die Monheimer Gemeinde personell zwar passabel besetzt, doch am Engpass Heilige Messe ändert dies nichts.

Quelle: RP
 
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