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Kreis Mettmann
Privatleute speichern Sonnenstrom nachts

Kreis Mettmann. Energieberaterin Susanne Berger wirbt mit der Elektroinnung für neuartige Batteriespeicher. Von Joachim Preuss

Als vor gut 20 Jahren viele Immobilienbesitzer mit satten Einspeisevergütungen gelockt wurden, sich Photovolatikanlagen aufs Dach zu setzen, lohnte sich das noch. Seitdem sind die Vergütungen aber zurückgegangen und werden regelmäßig angepasst. Doch den Sonnenstrom vom Dach kann man auch selbst nutzen: Dank neuartiger Lithium-Ionen-Batterien ist das sogar möglich, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Susanne Berger, Ratinger Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW, klärt jetzt über die neuen Möglichkeiten auf.

Ihr zur Seite standen in Ratingne Peter Wobbe-von Twickel vom Kreisumweltamt sowie Markus Kopp von der Elektroinnung des Kreises Mettmann. Kopp betreibt die EtecProjekt + Bau GmbH in Erkrath und die AK Solartechnik GmbH in Heiligenhaus. Sich einfach eine Anlage kaufen, aufs Dach setzen und dazu ein paar Batterien in den Keller stellen - so einfach geht das nicht. Vielmehr müsste die Anlage genau auf die Bedürfnisse eines Haushaltes abgestimmt werden, da sind sich die Experten einig. Und: "Es lohnt sich nicht, alte Anlagen, die langsam aus der Einspeisevergütung fallen, nachzurüsten", sagte Berger.

Für ein freistehendes Einfamilienhaus mit etwa vier bis sechs Personen seien etwa 50 Quadratmeter Photovoltaikfläche nötig, sagte Kopp. Die liefern bei bestem Sonnenschein etwa fünf Kilowattstunden Strom. Die Paneele werden in Reihe geschaltet, so dass die Spannung mit jedem Teil steigt. Und auch die Gleichspannung muss noch auf die Steckdose abgestimmt werden. Das übernehme ein Wechselrichter, so Kopp. Man könne etwa 60 Prozent des Eigenbedarfs decken. Auch früher war es möglich, Strom zu speichern. Doch die Bleibatterien haben ausgedient. Neuartige Lithium-Ionen-Batterien sind langlebiger. "Sie müssen mindestens zehn Jahre halten", empfiehlt Berger den Blick auf die Gewährleistungsangaben der Hersteller.

Noch ist der Markt unübersichtlich. Auch Normen, beispielsweise, was die Sicherheit angeht, gibt es noch nicht. Daher Bergers dringender Rat: Beratung, Berechnung und Installation nur vom Fachmann ausführen lassen. Und auch ein Steuerberater sollte hinzugezogen werden wegen der Kosten und Fördermöglichkeiten.

Ihre Kollegen von der VZ NRW haben alle Hersteller von Solarstromspeichern gebeten, ihre Produkte bis 12 KWh vorzustellen: Die Liste ist im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonne zu finden. Ein zwei KWh-Speicher koste etwa ab 4000 Euro aufwärts, sagte Berger. Ob ein Dach in Frage kommt, kann man dem Solarpotenzialkataster des Kreises entnehmen - zu finden unter www.alt-bau-neu.de/kreis-mettmann.

Quelle: RP
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