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Kreis Mettmann
Projekt bringt Asylsuchende in Arbeit

Kreis Mettmann. In der zweiten Dezember-Woche startet für den Kreis Mettmann ein "Integration Point" mit 19 Mitarbeitern. Von Christoph Schmidt

Khaled ist aus Syrien geflüchtet. Der 29-Jährige will sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen und einen Arbeitsplatz finden. Dabei helfen soll ihm der "Integration Point". Dort arbeiten Jobcenter ME, Arbeitsagentur und Ausländerbehörde eng zusammen. Das neue Team geht in der zweiten Dezemberwoche mit 19 Mitarbeitern an den Start und soll speziell Flüchtlinge in Arbeit bringen. "Andere Kunden werden dadurch nicht benachteiligt", betont Jobcenter-Geschäftsführer Martina Würker.

Der "Integration Point" werde ein Experiment. Es gebe zwar schon ähnliche Modellprojekte in Düsseldorf und Dortmund. "Die sind mit einem Kreis mit zehn Städten aber nicht vergleichbar", betont die Geschäftsführerin des Jobcenters: "Wir wollen uns dem Thema stellen und sehr flexibel auf Situationen reagieren." Und so sieht die Situation aktuell aus. Im Kreis gibt es geschätzt 5100 bis 5700 Menschen, die Asyl beantragt haben. Etwa 2000 bis 2300 werden bis Jahresende als Flüchtlinge anerkannt, schätzt das Kreissozialamt. Sie haben dann Anspruch auf Sozialhilfe - und Hilfe durch das Jobcenter. Das Problem: Es gibt in Deutschland mehr als 60 verschiedene Aufenthaltstitel. Vereinfacht ausgedrückt: Flüchtlinge werden zwar nicht als Asylbewerber anerkannt, dürfen aber aus humanitären Gründen bei uns bleiben. Sie werden "geduldet". Ob sie auch arbeiten dürfen, darüber entscheiden - je nach Rechtsstatus - die Arbeitsagentur, das Jobcenter, die Ausländerbehörde, das Jugendamt, manchmal allein, manchmal zusammen. Ein bürokratischer Dschungel, der schnelle Lösungen verhindert und Beteiligten die Hände bindet, räumt Hildens Bürgermeisterin Birgit Alkenings ein.

Jobcenter-Chefin Würker warnt vor zu hohen Erwartungen, was die Integration in den Arbeitsmarkt angeht: "Die anerkannten Flüchtlinge müssen zunächst einmal Deutsch lernen. Ohne Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikation wird es auf Dauer keine Beschäftigung geben. Auch Praktika bringen nur etwas, wenn die Flüchtlinge parallel dazu Deutsch lernen." Das wird im Schnitt 18 Monate dauern. So lange werden die Flüchtlinge auf Sozialhilfe angewiesen sein, schätzt das Kreissozialamt.

Quelle: RP
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