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Monheim
Projekt hilft schwierigen Schulabgängern

Monheim: Projekt hilft schwierigen Schulabgängern
Jugendwerkstatt-Mitarbeiterin Kim Wiegand unterstützt junge Leute, die aufgrund von Schulden, Alkohol oder etwa familiären Problemen auf dem Ausbildungsmarkt kaum unterzubringen sind. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. "Respekt" heißt ein neues Programm, das Monheimer Jugendlichen helfen soll, doch noch eine Lehrstelle zu finden. Von D. Schmidt-Elmendorff

Nach gut einem Jahr Mitgliedschaft der Stadt Monheim in der gemeinsamen Gesellschaft gegen Jugendarbeitslosigkeit "Bildung³", fällt die Bilanz der zuständigen Bereichsleiterin sehr positiv aus. "Es ist sehr innovativ, dass wir uns gemeinsam verantwortlich fühlen, benachteiligten Jugendlichen einen guten Einstieg ins Arbeitsleben zu ermöglichen", sagt Simone Feldmann. In kleinen Systemen könne man nur sehr eingeschränkt agieren und auf veränderte rechtliche Bedingungen reagieren. "In der Jugendwerkstatt konnten wir immer nur kleine Maßnahmen stemmen", sagt die Bereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familie. Der Vorteil der Fusion der drei Jugendbildungseinrichtungen in Monheim, Langenfeld und Hilden: Man könne den Jugendlichen mit ihren individuellen Hemmnissen nun passgenauere Angebote machen.

Ganz neu ist das Projekt "Respekt", ein Pilotprogramm für schwer erreichbare Jugendliche. "Es gibt Jugendliche, die aus den Hilfesystemen rausgeflogen sind, die nicht mehr greifbar sind", sagt Feldmann. Diese Jugendlichen haben zwar mal Leistungen des Jobcenters ME-aktiv bezogen, haben dann aber resigniert und sind nicht mehr zu Terminen erschienen. Sie müssten also im Zuge einer aufsuchende Sozialarbeit in Freizeiteinrichtungen oder im öffentlichen Raum ausfindig gemacht werden, um sie durch intensive Begleitung wieder in die Hilfssysteme zu integrieren. Für diese auf die Stadt Monheim zugeschnittenen Maßnahme, die vom Jobcenter finanziert wird, konnten für ein Jahr anderthalb Stellen bereitgestellt werden.

"Als wir im Juni angefangen haben, mussten wir erst einmal Netzwerkarbeit betreiben und Kooperationspartner suchen, wie die Suchtberatung der Awo, das Beratungs-centrum oder das Zöllnerhaus", berichtet Kim Wiegand von "Respekt". Zehn ihrer 15 Klienten wurden ihr vom Jobcenter zugewiesen. "Es handelt sich dabei um Jugendliche, die weder in Ausbildung noch in Arbeit sind, die wegen familiärer Probleme, Schulden oder Suchterkrankungen einen großen Beratungs- und Unterstützungsbedarf haben", sagt Wiegand. Ziel ist, auch ihnen mittelfristig einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz beschaffen zu können. Der Weg dahin führt unter anderem über Aktivierungsmaßnahmen, wo sie etwa Durchhaltevermögen lernen können.

Vor der Fusion konnte in der Jugendwerkstatt am Düsselweg nur eine solche Aktivierungsmaßnahme für 16 Jugendliche und junge Erwachsene angeboten werden. Die Teilnehmer, die durch die Geburt eines Kindes, familiäre oder persönliche Krisen ihre Bildungslaufbahn unterbrochen hatten, werden in einem Jahr mit den Tätigkeitsbereichen Holz oder Farbe vertraut gemacht. Im September hat eine neue Maßnahme - nun in Trägerschaft von "Bildung³" - angefangen.

2015 neu eingeführt, wurden auch ausbildungsbegleitende Hilfen für junge Leute, die gefährdet sind, ihre Ausbildung nicht erfolgreich abschließen zu können: Sie erhalten Stützunterricht, wenn sie schulische Probleme haben und auch eine sozialpädagogische Begleitung, wenn sie im Betrieb nicht zurechtkommen oder gerade eine private Krise durchmachen. Die Agentur für Arbeit finanziert sie. Insgesamt nehmen 140 Jugendliche im Südkreis daran teil.

Alle diese Maßnahmen verfolgten das Ziel, zu verhindern, dass Jugendliche verloren gehen und dauerhaft im Sozialsystem hängenbleiben, betont Feldmann. Das sei schon deshalb sinnvoll, weil sich so langfristig Kosten sparen lassen. "Es ist immerhin nur eine kleine Gruppe, um die wir uns speziell kümmern müssen", sagt sie.

Quelle: RP
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