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Kreis Mettmann
Rad- und Wandertouren für Touristen

Kreis Mettmann: Rad- und Wandertouren für Touristen
Landrat Thomas Hendele wanderte bereits mit Manuel Andrack auf dem Neanderlandsteig. FOTO: A. Blazy
Kreis Mettmann. Die Region positioniert sich als Destination für Kurzurlauber. Outdooraktivitäten und Museen sind Anziehungspunkte. Von Uwe Reimann und Valeska von Dolega

Im Frühjahr sollten die für Tourismus im Kreis verantwortlichen Mitarbeiter eigentlich erste belastbare Zahlen haben, wie stark das Neanderland tatsächlich als Wirtschaftsfaktor ist. Das beauftragte Unternehmen hat aber bis heute keine Zahlen geliefert, sagte Julia Wachten, Projektkoordinatorin Touristisches Marketing beim Kreis Mettmann. Die Ergebnisse zur Markenbildung des Neanderlandes kämen frühestens im Frühjahr nächsten Jahres. Zu den Gründen, warum es eine so lange Verzögerung bei den für den Kreis wichtigen Zahlen gegeben habe, wollte Wachten nichts sagen. Sie hoffe, dass es 2017 Ergebnisse gibt.

Zuletzt war 2009 eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben worden. Und offensichtlich waren deren Ergebnisse so vielversprechend, dass nur vier Jahre später der Startknopf für die kreisübergreifende Marke Neanderland gedrückt worden war. Als "mutig, wenn nicht sogar übermütig" wurde das anfangs belächelt. Aber spätestens mit der Inbetriebnahme des den Kreis umspannenden Panoramaradwegs sowie des Neanderlandsteigs mit seinem prominenten Paten Manuel Andrack boomt die Region. Erhärten lässt sich die These anhand der in der Tourismuswirtschaft erhobenen Zahlen.

Bereits 2012 erwirtschaftete sie laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) knapp zehn Prozent des bundesdeutschen Volkseinkommens. Prognostiziert ist: Die Umsätze der Branche steigen weiter, Beschäftigungseffekte nehmen zu, selbst der Mindestlohn hat daran nichts geändert. Ein Trend, von dem auch der Kreis Mettmann profitiert. In Sachen Wertschöpfung bringt der Wirtschaftsfaktor Tourismus dem Kreis einen Nettoumsatz von 347,7 Millionen Euro. Verteilt auf Gastronomie (56 Millionen Euro), Einkäufe (49,2), Dienstleitung (32,4), Unterhaltung (22,5) und Transport (1,4) macht das insgesamt 195,3 Millionen Euro, wie das Tourismusmanagement Neanderland für 2011 ermittelte. Überwiegend sind es wohl Buisness-Leute, die Messestädte wie Düsseldorf und Köln besuchen und einen Schlenker ins Neanderland unternehmen. Zunehmend aber entdecken offensichtlich Reisende die grüne Region, um sich zwischen Rhein und Ruhr, Bergischem Land und niederrheinischer Tiefebene inmitten des 407,1 Quadratkilometer weiten Natur-, Aktiv- und Erlebnisraums zu erholen. sportlich zu werden oder weil sie kulturell interessiert sind.

Gemäß einer Statistik zur Beherbergung, waren es im Jahr 2008 insgesamt 492.253 Gäste, davon 100 409 ausländische Gäste, die den Kreis besuchten. 2014 lag die Zahl schon bei 510.022 Gästen, was eine Veränderung um plus 3,8 Prozent ergibt. Auch der Anteil ausländischer Besucher ist gestiegen und lag 2014 bei 125.938 Personen. Die Verweildauer beträgt durchschnittlich - übrigens unverändert - knapp zwei Tage. Kurzurlauber also.

Besucherströme werden sinnvoll durch diese grüne Lunge des Kreises gelenkt. Einerseits macht das eine ausgefeilte Infrastruktur mit Rad- und Wanderstrecken möglich, die Naturerlebnisse vermittelt, ohne zu stören. Zusammen mit Manuel Andrack wurde Anfang September 2014 der letzte Teilabschnitt des Vorzeigeprojekts Neanderlandsteig eröffnet. Ein insgesamt über 230 Kilometer weites Areal, das gleichermaßen Erholung wie Unterhaltung bieten will. Auf 17 Einzeletappen locken Naturschönheiten mit Sehenswürdigkeiten. Am Wegesrand liegt unter anderem der spektakuläre Fundort des Neandertalers und dem nach ihm benannten Museum.

Das zählt jährlich an die 170.000 Besucher, eine Spitzenzahl auch wegen der naturpädagogischen Angebote. Ebenso wissen vergleichsweise kleinere Einrichtungen wie das Fabry-Museum, Hilden, oder Puppenmuseum im Trinsenturm, Ratingen, zu punkten. Ein weiterer Besuchermagnet ist die Textilfabrik Cromford, einst die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent.

Der Fortbestand des Zeittunells ist gesichert und bis Anfang 2017 soll ein komplett sanierter Tunnel mit mehr digitaler Technik zur Wiedereröffnung warten. Wer's sportlich mag, wird auf der Wasserskianlage in Langenfeld über die Spuren Martin Kaymers auf den Golfplätzen oder dem allumfassenden Panoramaradweg fündig. Und wer weiß, in welche neuen Konzepte aus marketingtechnischen Gesichtspunkten weiter investiert wird, um die Marke Neanderland dauerhaft attraktiv zu positionieren.

Quelle: RP
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