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Monheim
Radikale trommeln zur Moschee-Info

Monheim: Radikale trommeln zur Moschee-Info
"Hetzte unmöglich machen" - Aufruf der linken Szene bei Twitter. FOTO: mei
Monheim. Bei der Infoveranstaltung am 30. Juni könnte die Lage eskalieren. Die rechte und linke Szene verabredet sich gerade im Netz. Von Sabine Schmitt

Die Infoveranstaltung zu den Moschee-Plänen am 30. Juni im Rathaus. Dort könnte es heiß her gehen. Bei dem Termin soll es eigentlich darum gehen, Monheimer Bürger über den Plan von Daniel Zimmermann zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. Der Bürgermeister will islamischen Gemeinden zwei Grundstücke im Wert von insgesamt 850.000 Euro unentgeltlich überlassen. Doch für dieses Thema interessieren sich erstens nicht nur Monheimer - und zweitens verabreden sich im Netz gut eine Woche vor dem Termin Vertreter der linken und rechten Szene, um ebenfalls an der Veranstaltung teilzunehmen. Das heißt: An dem Abend könnte es krachen, denn im Netz entwickelt sich gerade eine eigene Dynamik. Die Stadt scheint das sehr ernst zu nehmen. Man erarbeite ein Sicherheitskonzept. "Dazu werde ich mich voraussichtlich am Freitag äußern", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann. "Klar ist jedoch, dass wir Vorkehrungen treffen werden. Wir werden uns von irgendwelchen auswärtigen Pegida- und AfD-Gruppen bestimmt nicht den demokratischen Bürgerdialog kaputt machen lassen." Was ist da los im Netz? Da sind zum Beispiel die Republikaner, Kreisverband Düsseldorf: rechts und gegen Zimmermanns Plan. Sie twittern: "Am 30.6 nach Monheim und die dortigen Parteifreunde unterstützen!!" Ebenfalls rechts: die "Bürgerbewegung pro NRW". Auf deren Internetseite ist die Rede von einer "schleichenden Islamisierung in der Stadt" Monheim, außerdem schreibt pro NRW: "Unsere Partei wird den berechtigten Protest vieler Bürger in Monheim massiv unterstützen." Den Rechten gegenüber steht unter anderem linksunten.indymedia.org. Die Gruppe beschreibt sich als "ein dezentral organisiertes, weltweites Netzwerk sozialer Bewegungen und twittert: "Termin: [Monheim]: Rassistische Hetze am 30.06. unmöglich machen!" Dazu erklärt die Gruppe im Netz: "Ein widerliches Konsortium aus PeGiDa RassistInnen, biodeutschen Neidhammeln, islamophoben Politsekten wie pro NRW, der AfD oder den ReichsbürgerInnen sowie Nazihools aus dem HoGeSa-Spektrum macht dagegen nun mobil und plant eine themenbezogene Infoveranstaltung der Stadt Monheim am 30.06. für ihre menschenfeindliche Hetze und kruden Verschwörungstheorien zu missbrauchen." Die Antifaschistische Aktion Rheinland schreibt bei Facebook - samt Anreisebeschreibung für Leute aus Köln, Düsseldorf, Solingen und Essen: "Haltet euch den Tag frei, informiert alle GenossInnen und FreundInnen. Das könnte sich zu einer größeren Sache auswachsen."

Quelle: RP
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