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Monheim
Radler dürfen bald in Fußgängerzone fahren

Monheim: Radler dürfen bald in Fußgängerzone fahren
Die Verwaltung wird sowohl die Heinestraße als auch die Friedrichstraße bald für den Radverkehr öffnen. Viele fahren jetzt schon dort entlang. FOTO: Matzerath
Monheim. Die Politiker im Planungsausschuss waren jetzt mehrheitlich für das Fahrradkonzept. Die CDU enthielt sich bei der Abstimmung. Von Petra Czyperek

Ähnlich wie die Bürger, die die Präsentation des Fahrradkonzeptes vor zwei Wochen überwiegend positiv aufnahmen, reagierten jetzt auch die Politiker im Planungsausschuss mit Wohlwollen. Das zeigte sich beim Abstimmungsergebnis: Nur die CDU enthielt sich der Stimme. Fraktionsvorsitzender Markus Gronauer merkte an, dass sich Radfahrer im Miteinander mit Fußgängern häufig rücksichtslos verhielten und hält deshalb von einer Öffnung der Fußgängerzone - beispielsweise an der Heinestraße - für den Radverkehr wenig.

Zuvor hatte Verkehrsplaner Peter Gwiasda vom Kölner Büro Via die wichtigsten Punkte des Katalogs verdeutlicht, der rund 100 kleine und große Veränderungen in der Stadt vorsieht. Rund 4,4 Millionen Euro wird die Umsetzung kosten. Ziel ist es, die Radfahrer wieder zurück auf die Straße zu holen. Das sei in den meisten Fällen möglich. Eine Trennung wird es jedoch etwa auf der Baumberger Chaussee geben, die zum Radschnellweg ausgebaut wird. Gwiasda hat das Konzept gemeinsam mit Kollegen ausgearbeitet und in zwei Workshops auch die Anregungen der Bürger aufgenommen. Die wünschen sich eine einheitliche Regelung an den Kreisverkehren und eine klare Führung. "Wir müssen deshalb stärker als bisher mit Markierungen arbeiten", sagt Gwiasda. Als Pilotprojekt möchte er am Heerweg eine Fahrradstraße einrichten, um die Verbindung zwischen Leverkusen und Monheim zu stärken. "So etwas gibt es hier bisher nicht." Ziel sei es außerdem, in die "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte" aufgenommen zu werden. Der Radschnellweg, die Schwerpunkte Inklusion und Radverkehr sowie das Ziel, den Radverkehr sichtbar zu machen, seien Pfunde, mit denen Monheim wuchern könne.

Die Fahrradbeauftragte Stephanie Augustyniok wies die Politiker auf ein zusätzliches Forschungsprojekt von KIE-Lab zum Thema hin. Das richtet sich an alle Haushalte in Monheim und startet Ende Juni mit einer Online-Befragung und einer Fragebogenaktion. Ende September sollen die Ergebnisse vorliegen, von denen die Verwaltung weitere Detailvorschläge erwartet. Chefplaner Thomas Waters sagte, man wolle herausfinden, was die Bürger dazu bewege, aufs Rad zu steigen. Und man wolle den Radverkehr so attraktiv machen, dass statt zehn bald 20 Prozent auf dem Sattel sitzen, ergänzte Bürgermeister Zimmermann. Werner Goller (SPD) lobte das "qualitativ hochwertige Konzept", dessen Umsetzung sich lohne. Er merkte an, für Ältere könne es problematisch sein, auf der Straße zu fahren. Manfred Poell (Grüne) findet die Ausarbeitung ebenfalls gut. Er fürchtet aber: "Das Mischen von Radfahrern und Fußgängern birgt Konfliktpotenzial."

Quelle: RP
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