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Langenfeld
Radler geben der Stadt nur die Note 3,7

Langenfeld: Radler geben der Stadt nur die Note 3,7
Die Radcontainer sollen vor Diebstahl schützen - in Langenfeld angebracht. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Im Fahrradklimatest des ADFC wird Zustand und Pflege der Radwege kritisiert. Von D. Schmidt-Elmendorff

Langenfeld will in die "Arbeitsgemeinschaft der Fahrradfreundlichen Städte"(AGFS) aufgenommen werden. Bis dahin muss die Stadt noch ein paar Gänge zulegen. Denn, wenn es um die Radverkehrsbedingungen in Langenfeld geht, geben sowohl Viel- als auch Gelegenheitsfahrer ihrer Stadt lediglich die Note 3,7. Beim Fahrradklimatest 2014 des ADFC nimmt Langenfeld unter bundesweit 100 Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern den Rang 39 ein, auf Landesebene Rang 20 von 40.

Die Datenerhebung fand im Herbst 2014 statt, also in dem Jahr, in dem die Stadt Langenfeld das "Jahr des Fahrrads" ausgerufen hatte und mit zahlreichen AktionenLust aufs Radeln machen wollte. Das hat im Testergebnis insofern Niederschlag gefunden, als die 98 Teilnehmer die Werbung fürs Radfahren positiv (3,0) bewerten. Überhaupt wird das Rad in Langenfeld als ein Fortbewegungsmittel mit Spaßfaktor gesehen (2,9), das von Alt und Jung genutzt wird (2,8). Diese positive Sicht liegt vermutlich an der günstigen Topographie der Stadt. Insgesamt schneidet Langenfeld im Themenfeld "Fahrradklima" günstiger ab als vergleichbare Städte. Der Stellenwert, den aber das Radfahren in der Verkehrspolitik einnimmt, sei auf jeden Fall steigerungsfähig - trotz Radverkehrskonzepts: Die Befragten haben zwar registriert, dass in jüngster Zeit mehr für Radler getan wird, sie beklagen aber zugeparkte und schlecht gereinigte Wege sowie den nicht vorhandenen Winterdienst. Zudem seien die Ampelschaltungen allein auf den Autoverkehr ausgelegt.

Bezüglich seines Radwegenetzes steht Langenfeld sogar schlechter da als vergleichbare Städte: Die Radwege werden als zu schmal (4,4), zu unsicher für sehr junge und alte Radler (4,1) und zu holperig (4,3) kritisiert. Besser funktioniert offenbar die gemeinsame Nutzung der Fahrbahn, Radfahrer fühlen sich hier vergleichsweise sicher (3,8). Auftrumpfen kann Langenfeld zumindest mit der Ausdehnung seines Wegenetzes: Ziele in Langenfeld, vor allem das Zentrum, seien mit dem Rad gut erreichbar. Gut kommen bei den Radlern auch die Öffnung von Einbahnstraßen (2,9) und die vielen komfortablen Abstellplätze (3,3) an, zwei Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept. Eine Anregung für die Tourismusförderung: ein öffentlicher Fahrradverleih.

Für den Ratsherrn Günter Herweg bestätigt das Testergebnis die bisherige Kritik der Grünen und anderer wie ADFC und BUND an der Infrastruktur. Er warnt davor, sich angesichts des Mittelplatzes in der NRW-Rangliste zufrieden zurückzulehnen. "Für Verbesserungen ist noch viel Luft nach oben."

"Wir arbeiten ja schon dran", kommentiert Verkehrsplaner Franz Frank das Ergebnis. Für den maroden Zustand der Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen sei allerdings der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig. "Ansonsten haben wir hier flächendeckend Tempo 30, deshalb fahren die meisten Radfahrer auf der Straße." Mit Umläufen von 50 und maximal 70 Sekunden in den Stoßzeiten hält er die Wartezeiten an den Ampeln für erträglich.

Quelle: RP
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