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Langenfeld
Radsportler setzt auf eigenen Anbau

Langenfeld: Radsportler setzt auf eigenen Anbau
Daniel Proske baut selbst Obst und Gemüse an. Er plant eine Agrargenossenschaft zu gründen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Daniel Proske baut in seiner Freizeit Obst und Gemüse in Wiescheid an. Er will eine Erzeugergenossenschaft gründen. Er liebt den "Job im Grünen". Von Isabel Klaas

Einen jungen Mann wie Daniel Proske stellt man sich in seiner Freizeit nicht unbedingt zwischen Stangenbohnen, Tomaten und Zwiebeln vor, sondern eher auf dem Tennisplatz oder beim Clubbing. Doch genau die Arbeit im Grünen ist es, für die der ehemalige Radrennradfahrer brennt. Die Landwirtschaft treibt den sportlichen Versicherungsmakler um und brachte den 36-Jährigen schließlich dazu, sich in Wiescheid einen Morgen Land zu kaufen, um dort sein eigenes Obst und Gemüse zu züchten und Hühner zu halten, um letztlich nur das zu verzehren, was im "natürlichen Kreislauf auf meinem Gelände entstanden ist", sagt Proske. Das heißt für ihn, vor allem wiederverwenden: Den Mist seiner Hühner nimmt er zum Düngen des Gemüses, das Grün zum Füttern seiner Tiere. Eines seiner Ponys setzt er zur Feldarbeit ein, denn auch ein kleiner Kartoffelacker gehört zu seinem ländlichen Refugium. "Ich weiß, was ich hier produziere und wie", sagt er. Und das macht ihm Freude und spornt ihn an. Sogar Dahlien und Sonnenblumen wachsen neben Gewächshäusern und Freibeeten, "damit es hier ein bisschen nett aussieht", sagt er.

Vier Freunde helfen ihm mittlerweile in seiner kleinen Oase, in der er in den Sommermonaten jede freie Minute verbringt. Und auch die übrigen Jahreszeiten bergen Arbeit: den Boden säubern, Wintersaat einsäen, die Anzucht hegen, die Landmaschinen warten, sich um die Wasserleitungen kümmern. Nur ans Einkochen der Ernte lässt er andere ran. Mittlerweile gedeiht es dank Daniel Proskes grünem Daumen so üppig, dass es Überschüsse gibt und der "Amateur-Gärtner" sich überlegt, eine kleine Erzeugergemeinschaft zu gründen. "Ich suche Leute, die mir bei der Arbeit im Nutzgarten helfen und dafür auch hier ernten können", sagt Proske. Vorstellen könnte er sich aber auch eine regelmäßige kleine finanzielle Abgabe, für die ernährungsbewußte Menschen ihre Tüte voller Rote Bete, Tomaten und Lauchzwiebeln nach Hause tragen. "Das ist doch bestimmt auch etwas für ältere Leute, die nicht mehr arbeiten müssen", sagt er. Schließlich geht Daniel Proske neben seinem Job im Grünen einer Vollzeitbeschäftigung im Maklerbüro seines Vaters nach. Und das bedeutet für ihn, schon vor der Arbeit morgens bei seinen Tieren und Pflanzen zu sein und nach der Arbeit wieder. Zuviel Mühe macht ihm das aber nicht, denn er ist mit einem Nutzgarten der Eltern und Großeltern groß geworden. Und ein Ausgleich sei die Garten- zur Büroarbeit auch, sagt Proske und wirkt dabei so gar nicht gestresst, sondern richtig glücklich.

Kontaktdaten 0179 2059005 oder proske-koeln@t-online.de.

Quelle: RP
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