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Monheim
Railflex lenkt Güterzüge durch Monheim

Monheim: Railflex lenkt Güterzüge durch Monheim
David Uhr organisiert die Bahntransporte in Monheim. FOTO: RALPH MATZERATH,
Monheim. Das in Ratingen ansässige Unternehmen ist eine von rund 370 privaten Eisenbahngesellschaften in Deutschland. Lokomotivführer ist seit Jahrzehnten der klassische Berufswunsch von Jungen. David Uhr (35) verwirklichte ihn, sogar besonders intensiv. Von Martin Mönikes

Aus dem Hobby-Eisenbahner, der ehrenamtlich im Eisenbahnmuseum Bochum arbeitet, wurde nicht nur ein Lokführer, sondern ein Eisenbahnkaufmann. Der frühere Monheimer Lotten-Schüler führt nicht nur 3000 PS starke Dieselloks, sondern er ist seit 2005 geschäftsführender Gesellschafter einer "eigenen" Bahn, der Railflex GmbH. "Wenn notwendig, wechsele ich gerne mal vom Chefsessel in den Führerstand", schmunzelt er. Das in Ratingen ansässige Unternehmen ist eine von rund 370 privaten Eisenbahngesellschaften in Deutschland.

Die Railflex übernahm zum Jahresbeginn die Sparte Bahntransporte der Bahnen der Stadt Monheim, die ihren Bahnverkehr zum Jahresende 2014 eingestellt haben (die RP berichtete). Die knapp drei Kilometer lange Gleisstrecke vom Bahnhof Langenfeld durch den Knipprather Wald zum Henkel/Hammesfahr-Lager unterhalb des Monbergs ist vermutlich der kürzeste der vielen Aufträge, die Railflex mit seinen insgesamt fünf Loks bedient. Als Subunternehmer der ebenfalls privaten BayernBahn, die regelmäßig die Henkel-Kosmetikprodukte aus dem Werk in Bayern ins Rheinland bringt, übernimmt Uhrs Bahngesellschaft "die letzten Meilen". Schwerpunkt der Railflex-Aktivitäten sind allerdings das Rhein-Ruhr-Gebiet und die Chemieindustrie sowie Transporte in die östlichen Bundesländer.

In der Branche gibt es einen regen Wettbewerb. "Konkurrenz sind weniger die anderen Bahnbetreiber, als die Lastwagen", macht Uhr klar. "Wir kämpfen immer noch mit der Erinnerung potenzieller Kunden an die alte (wenig flexible) Bundesbahnverwaltung, wenn wir unsere auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittenen Angebote machen." Deshalb bewertet Uhr den jüngsten Bahnstreik sehr kritisch. "Kurzfristig gibt das für uns ein paar zusätzliche Aufträge, mittelfristig werden Unternehmer verstärkt den vermeintlich sicheren Straßentransport bevorzugen." Railflex beschäftigt in Ratingen 19 Mitarbeiter, darunter zwei Ingenieure und Disponenten. Zu den besonderen Kunden des Unternehmens gehört der Circus Roncalli. In der zum Circus gehörenden Zeltstadt stehen historische Zirkuswagen, die bauartbedingt nicht schneller als 25 km/h fahren können, also geht es per Bahn quer durch die Republik. "Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, beginnend mit der Suche nach geeigneten Auffahrrampen bis zur unbedingt notwendig richtigen Wagenfolge, um die Organisation des Ab- und Aufbaus zu beachten", weiß Uhr.

Quelle: RP
 
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