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Langenfeld/Monheim
Rattenbekämpfung wird teurer

Langenfeld/Monheim. In Langenfeld und Monheim wird über die Vorlage des Kreises nach den Ferien beraten. Von Heike Schoog und Ralf Geraedts

299 Mal haben Langenfelder im vergangenen Jahr das Ordnungsamt verständigt, weil sie Ratten bemerkt hatten. In Monheim waren es etwa 250 gemeldete Vorfälle. Jedes Mal sind die Ordnungsämter aktiv geworden und haben den vom Kreis bestellten Fachmann zur Rattenbekämpfung informiert, der daraufhin aktiv geworden ist. Effektiv und nachhaltig war das punktuelle Eingreifen nicht. Jetzt soll die Rattenbekämpfung kreiswert verbessert werden. Köder sollen systematisch ausgelegt werden, damit die Rattenpopulation langfristig verringert wird. Dies ist unter anderem Inhalt einer neuen öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Kreis und den kreisangehörigen Städten vor der Neuausschreibung des Auftrages. Langenfeld, Monheim und die anderen acht Städte müssen dem allesamt zustimmen.

Wülfrath hatte sich als erste Stadt vor einer guten Woche interessiert gezeigt, Haan ist gefolgt und hat zugestimmt. Nach einem Gutachten werden die kreisweit entstehenden Kosten auf rund 1,25 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen rund 889.000 Euro auf das Auslegen von Ködern in jedem zweiten Kanalschacht - kreisweit gibt es rund 76.000 Stück. Rund 357.000 Euro wird die Beköderung im öffentlichen Bereich kosten. Diese Kosten können über die Abwassergebühr refinanziert werden.

In Langenfeld ist das Thema noch nicht in den Ratsgremien diskutiert worden. Das geschieht erst nach den Sommerferien. Deshalb will Christian Benzrath, Referatsleiter Recht und Ordnung, sich dazu noch nicht dezidiert äußern. Fest stehe jedoch, dass das neue Konzept zu deutlichen Mehrkosten führen werde. Darüber wird die Politik im Herbst entscheiden. Bisher hat Langenfeld einen anteiligen Pauschalbetrag auf Basis der Einwohnerzahlen in Höhe von 8000 Euro im Jahr gezahlt. Eine Summe, die auch Monheims Kämmerin Sabine Noll für das vergangene Jahr angibt. Ebenso wie in Langenfeld wird auch in Monheim erst nach den Ferien über das Thema beraten.

Die zehn kreisangehörigen Städte und der Kreis Mettmann arbeiten seit Jahren in der Rattenbekämpfung zusammen, wobei der Kreis Organisation und Ausführung übernimmt. Die Städte zahlen. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen Vorstoß, die Leistungen neu auszuschreiben. Doch die eingereichten Angebote hielten der Prüfung eines Gutachters nicht stand. Jetzt soll - vorausgesetzt die Städte stimmen alle zu - europaweit neu ausgeschrieben werden. Dabei müssen neue rechtliche Bestimmungen berücksichtigt werden, da zum Beispiel so genannte Kontaktgifte verboten sind. Außerdem wird die Rattenbekämpfung systematisch und nachprüfbar ausgeweitet." Eine wirksame und nachhaltige Rattenbekämpfung kann nur dadurch erreicht werden, dass eine systematische, großflächige Bekämpfung in den Kanälen stattfindet. Neben der Bekämpfung ist eine ebenfalls systematische Belegung von Köderstationen auf öffentlichen Grünflächen erforderlich. Durch dieses Vorgehen wird die Population nachhaltig reduziert." So steht es in einem Diskussionspapier des Kreises, dass den Kommunen zur Beratung vorliegt.

Die Umsetzung hat der Kreis ursprünglich für Januar 2017 vorgesehen. Er geht jedoch von Verzögerungen aus, da noch nicht alle Kreisstädte ihre Entscheidung gefällt haben.

Experten gehen davon aus, dass auf jeden Einwohner einer Stadt etwa zwei Ratten kommen. Die Tiere, die als Überträger von Infektionskrankheiten gelten, kommen durch Türspalten, Risse und Fugen. Sie zwängen sich schon durch zwei Zentimeter große Öffnungen. Einmal im Haus lassen sie sich dann in lichtgeschützten Bereichen wie Keller, Dachboden oder Aufzugschächten nieder.

Quelle: RP
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