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Langenfeld
Reederei-Agentur zieht es an den Rhein

Langenfeld: Reederei-Agentur zieht es an den Rhein
Freuen sich auf den Blick auf den Rhein in Monheim: Susanne Spieth-Fengels, Rainer Fischer (m.) und Hans-Jürgen Fengels von der WCL-Reederei-Agentur. FOTO: rm-
Langenfeld. Das Unternehmen WCL wechselt den Standort. Nach 24 Jahren in Langenfeld hat es bald eine Monheimer Adresse. Von Martin Mönikes

"Reederei", das klingt nach Meer und Weite - für eine Reederei-Agentur mitten im Rheinland, viele Kilometer vom nächsten Hafen entfernt, gibt es dennoch gute Gründe. "Hier sitzen unsere Kunden", sagt Hans-Jürgen Fengels, Geschäftsführer der WCL-Reederei-Agentur in Langenfeld. "NRW mit seinen Chemiefirmen, Maschinenbauern und so weiter braucht Material oder Rohstoffe und muss fertige Erzeugnisse ausliefern." In beiden Fällen ist der Seeweg entweder die einzige oder eine wirtschaftlich attraktive Alternative.

Der Speditionskaufmann und studierte Betriebswirtschaftler Fengels erkannte schon 1984 die Möglichkeit, mit Schiff-Transporten Geld zu verdienen. 1992 machte er sich mit WCL in Langenfeld selbstständig. Warum an diesem Standort? Ehefrau Susanne, ebenfalls Geschäftsführerin der Firma, ist Langenfelderin. Die tägliche Fahrerei nach Düsseldorf nervte beide, und moderne Bürotechnik ließ es zu, von überall Geschäfte zu machen.

Kernkompetenz der ReedereiAgentur und internationalen Spedition ist die Seefracht. Antwerpen und Rotterdam sind die nächstliegenden Häfen. Asien, Afrika, die Arabischen Emirate, Indien, Portugal und Spanien sind bevorzugte Ziele. Tankcontainer für die Chemie-Industrie gehören zum Tagesgeschäft, empfindliche Messgeräte für den Formel I-Zirkus werden ebenso transportiert wie Stahlprodukte oder riesige Solaranlagenteile für Jordanien. Gefragt sind Komplettlösungen, "Rundum-sorglos-Pakete", administrativ wie praktisch. Der Kunde erwartet sowohl Kenntnisse der immer umfangreicheren Zoll-, Transport- und Einfuhrbestimmungen als auch die Organisation der Fracht vom Hafen bis zum eigentlichen Ziel.

"Das erfordert Netzwerken im großen Stil", sagt Fengels. Überall müssen Kontakte gepflegt werden, gegebenenfalls über eigene Agenten oder mit Hilfe weltweit organisierter Mitglieder in der World Cargo Alliance (WCA). "Feierabend gibt es kaum, unser Know-how ist durchgehend gefragt, speziell bei Problemen wie Streiks, Unwetter oder Schiffsverzögerungen", beschreibt Fengels die notwendige Flexibilität seiner Mitarbeiter, deren Kontaktpartner global verteilt sind.

Mit seinem breit gefächerten Kundenkreis entging WCL auch in früheren Krisenzeiten Konjunkturschwankungen. "2015 war sehr gut, 2016 beginnt auch zufriedenstellend." Fengels sieht seine Firma "als Hecht im Karpfenteich", als kleinen Spezialisten im riesigen weltweiten See-Transport-Geschäft. Problematisch sind dem Unternehmer zufolge die weiteren Verschärfungen der internationalen Regelungen. So müssen ab 1. Juli alle See-Container 48 Stunden vor dem Auslaufen gewogen und in den Systemen gemeldet sein, um eine Überladung der Schiffe zu verhindern.

Im 25. Geschäftsjahr nun verlässt WCL Langenfeld. Es geht nach Monheim, an den Rhein. "Von der mehr als 550 Quadratmeter großen Dachetage dort im Rheinpark können wir auf den vorbeifahrenden Schiffen unsere Container sehen", freut sich Susanne Spieth-Fengels auf den schicken Neubau unterhalb des Monbergs. "Mit der Gewerbesteuer hat der Umzug nicht zu tun", versichert Fengels. Vom günstigeren Monheimer Satz habe der Steuerberater erst hinterher erzählt. Die jetzigen Räumlichkeiten, verschachtelte 220 Quadratmeter im Obergeschoss eines Haues in der so genannten Schoppengasse am Marktplatz, sind für die 20 Speditionskaufleute, darunter drei Azubis, schlicht zu klein geworden.

www.wcl-shipping.com

Quelle: RP
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