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Monheim
Retterin mit Sportsgeist

Monheim: Retterin mit Sportsgeist
Nicole Bergmann lernte schon im Alter von vier Jahren bei der DLRG in Langenfeld schwimmen. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Nicole Bergmann ist eine erfolgreiche Rettungs-Schwimmerin. Sie war bei der WM in den Niederlanden. Jetzt hat sie einen großen Wunsch, der sich 2018 erfüllen soll. Von Sabine Schmitt

Badeanzug, Flossen, Handtücher. Schwimm-Sachen hat Nicole Bergmann immer im Auto. Ohne Schwimmen geht es nicht. Nicole Bergmann ist 33 Jahre alt. Und das ist eine der Feststellungen, die sie für sich in ihrem Leben gemacht hat. Bis zu fünfmal in der Woche ist sie im Wasser und trainiert - und das macht sie sehr ambitioniert.

Mitte des Monats hat die Monheimerin bei der Lifesaving WM in Eindhoven und Noordwijk in den Niederlanden mitgemacht. In der Altersgruppe Senioren. Was musste sie da machen? Zum Beispiel im Pool mit Flossen schwimmen und dabei eine Puppe abschleppen, die etwa das Gewicht eines großen Kindes hat (45 Kilo). Dabei schwamm Nicole Bergmann mit neuer persönlicher Bestzeit auf Platz 21. Aber sie musste auch im offenen Meer am Strand von Noordwijk in kräftigem Wellengang und bei Strömung in der Brandung starten und belegte dabei Platz 12. Und beim Beachrun, dem Wettlauf am Strand, über 2000 Meter wurde die Monheimerin sogar Neunte.

Nicole Bergmann, das Schwimmen und die Wettkämpfe. Das ist eine lange Geschichte. Schwimmen lernte sie schon mit vier Jahren. Das war bei der DLRG in Langenfeld. Denn damals lebten sie und ihre Familie dort. Dann ging's für alle nach Monheim und in den Monheimer Schwimmclub und zur Stag Monheim - und auch zu den ersten Wettkämpfen. In all den Jahren, erzählt Nicole Bergmann, gab es immer wieder Menschen, die ihr geholfen und sie unterstützt haben. Sie nennt zum Beispiel ihre Eltern. "Aber auch Hildegard Krüger von der DLRG in Langenfeld, die früher auch beim Monheimer Schwimmclub war und mich dann nach dem Schwimmen mit nach Hause genommen hat." Oder Reinhard Schreiber, der ehemalige Mona-Mare-Leiter. "Er war einer von denen, die mein Potenzial erkannten und mich als Jugendliche in die richtige Richtung schubsten." Und so kümmerte sich Reinhard Schreiber zum Beispiel auch darum, dass Nicole Bergmann lernt, wie man Kindern das Schwimmen beibringt. Das hat sich gelohnt. Auch für Monheimer Familien.

Wenn man sie fragt, wie vielen Kindern sie schon Schwimmen beigebracht hat, antwortet sie mit: "Halleluja!" Dann fängt sie an zu rechnen. 13 Jahre als Schwimmlehrerin, etwa 120 Kinder im Jahr - das macht dann wohl an die 1500 Kinder. Und zwischendurch war sie im Ausland. Etwa in Ägypten, Spanien oder Zypern und hat auch dort Schwimmunterricht gegeben und so ihr Studium finanziert. Heute ist die frühere Peter-Ustinov-Schülerin Lehrerin (Sport und Religion) an der Remscheider Albert-Einstein-Schule. Nach der WM in den Niederlanden wollten die Schüler alles ganz genau wissen. "Wievielte sind Sie denn geworden?" "Wie sah das Schwimmbad da aus?" Nicole Bergmann berichtet gerne, freut sie sich doch über jeden, der mitfiebert - Schüler, Lehrerkollegen, Freunde.

Und wie sah es jetzt aus, das Schwimmbad? "Wie bei Olympia im Fernsehen", sagt sie. Und wie geht es jetzt weiter? Erst mal mit Training. Nicole Bergmann trifft sich mehrmals in der Woche mit ihren Mädels, wie sie sie nennt. Fünf Frauen aus unterschiedlichen Städten (Opladen, Wuppertal, Remscheid), die regelmäßig zusammen für die EM in Belgien 2017 und für die WM 2018 in Australien trainieren. Um sich diesen Wunsch erfüllen zu können, sucht Nicole Bergmann Sponsoren. Denn den Großteil der Kosten für Wettkämpfe und Reisen muss die Rettungsschwimmerin selbst tragen.

Quelle: RP
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