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Ostern Eine Runde Sache
Richraths Taufbecken ist 800 Jahre alt

Ostern Eine Runde Sache: Richraths Taufbecken ist 800 Jahre alt
Pfarrer Gerhard Trimborn tauft an St. Martin in Richrath. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Das Osterfest wird auch in diesem Jahr von vielen Eltern als Tauftermin genutzt. Taufe ist das Symbol des christlichen Lebens. Von Ann-Kristin Schöne

Wenn in dieser Osternacht das Licht der am Osterfeuer entzündeten Osterkerze in die dunkle Kirche hineingetragen und an die Gemeinde weitergegeben wird, erinnert es an das christliche Zeichen des Lebens, die Taufe. "Das Osterfest ist eine bewusste Erinnerung an Gottes Versprechen an uns", erläutert der Pastor der katholischen Gemeinde St. Martin in Richrath, Gerhard Trimborn.

Neben Trimborn steht das steinerne Taufbecken. Es ist seit rund 800 Jahren im Besitz der Gemeinde, die seit der Christianisierung des Rheinlands besteht. "Überlegen Sie mal, wie viele Menschen und Taufen das Becken schon miterlebt hat", sinniert Trimborn und ergänzt: "Aber vor dem Taufbecken wie vor Gott sind alle Menschen gleich."

Die starke Bedeutung des Osterfestes für die christlichen Gemeinden nutzen diese, um an den beiden österlichen Feiertagen neue Gemeindemitgliedern in die Gemeinde aufzunehmen. "Ursprünglich wurden die Täuflinge nur am Osterfest getauft", erklärt der Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Monheim-Mitte, Falk Rüdiger Breuer das Ritual, das seit der Zeit Jesus besteht. In seinen österlichen Taufgottesdiensten spielen die Kinder der Gemeinde deshalb eine große Rolle.

"Ich taufe an Ostern in einem Familiengottesdienst, das bedeutet, dass alle, und besonders die Kinder, dazu eingeladen sind, die Täuflinge in der Gemeinde willkommen zu heißen", so Breuer. Dazu werden die Kinder eingeladen, das Wasser für die Taufe in das Becken zu gießen. "Ich benutze für meine Taufen eine spezielle Wassermischung, die aus Monheimer Wasser und Wasser aus dem Jordan besteht. Eine Freundin bringt uns das Wasser mit, wenn sie dort in der Gegend ist", erklärt der Pfarrer. Nach der eigentlichen Taufe würden die Kinder aufgefordert, dem Täufling die Hand als Segenszeichen aufzulegen. "Dann stelle ich das neue Gemeindemitglied mit seinem Namen der Gemeinde vor und diese applaudiert zur Begrüßung."

Symbolisch ist Ostern eine besonders runde Angelegenheit, nicht nur wegen der vielen bunten Eier, die nach dem Ostergottesdienst in vielen Kirchen von den Kindern gesucht und verspeist werden können.

"Die Symbolik an diesem Fest ist unglaublich stark", betont Monsignore Ulrich Hennes, der Dechant des Dekanats Hilden. Weiter erläutert er:

"Wir feiern an Ostern die Auferstehung Jesus von den Toten und damit die Überwindung des Todes. Die Taufe ist das Zeichen für die Erneuerung des Lebens." Dazu gehöre neben dem Taufwasser als Zeichen fließenden Lebens auch das Taufkleid als Zeichen der Reinheit der Seele. "Aber auch die Oster- und die Taufkerze, die an der alten Osterkerze entzündet wird, sind eng miteinander verbunden", erklärt Hennes.

Pastor Trimborn empfiehlt den Eltern seiner Täuflinge, zum Jahrestag der Taufe die Kerze anzuzünden und so das Kind an Gottes Versprechen zu erinnern. "Irgendwann wird das Kind fragen, warum nur an dem Tag die Taufkerze brennt, und warum auch die Paten zu Kakao und Kuchen eingeladen werden. So wird das Kind mit dem, was es bewusst nicht erlebt hat, bekannt gemacht. Und es weiß, dass Gott sein Freund ist."

Eines ist klar, nicht nur das meistens mit Blumen geschmückte Kreuz wird an Ostern im Mittelpunkt stehen, sondern auch das alte, steinerne Taufbecken, das schon so viel miterlebt hat.

Und wer weiß, vielleicht wurde auch dort schon einmal ein farbenfrohes Osterei versteckt.

Quelle: RP
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