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Langenfeld
Richtig heizen mit Holz

Langenfeld: Richtig heizen mit Holz
Ein Feuerchen im Kaminofen verbreitet durch die Strahlung eine sehr angenehme Wärme. Das Feuern mit Holz gilt als CO2-neutral - wenn man alles richtig macht. FOTO: Jopr
Langenfeld. Besonders in der Übergangszeit sorgen Kaminöfen für wohlige Wärme. Doch es gilt Einiges zu beachten. Von Joachim Preuss und Stephan Meisel

Der Trend ist ungebrochen: Immer mehr Hausbesitzer erinnern sich an einen ungenutzten Kaminzug und installieren einen Holzofen. Zumindest in der Theorie ist das Heizen mit Holz preiswerter als mit Öl oder Gas. Doch das Hauptargument für solche Holzöfen ist die wohlige Strahlungswärme, die vom knisternden Feuer hinter Glasscheiben ausgeht. Doch beim Heizen gilt es Einiges zu beachten, damit es nicht allzu sehr aus dem Schornstein qualmt, Nachbarn nervt und die Umwelt verpestet.

"Das offene Feuer spricht alle Sinne an, man kann es riechen, hören, sehen", sagt Kaminbauer Richard Jones. Der gebürtige Engländer ist gelernter Ofen- und Luftheizungsbaumeister sowie Inhaber des Langenfelder Spezialladens "Home of Fire" an der Immigrather Straße 41, der am 11. November sein fünfjähriges Bestehen mit einem kleinen Rahmenprogramm feiert. "Der eine schaut primär auf die Optik, der andere sucht die beste wirtschaftliche Lösung", skizziert Jones die unterschiedlichen Ansätze. "Der Trend geht zu Speicheröfen." Das sind Öfen, die über Stunden eine wohlige Wärme abgegeben, auch wenn die Glut heruntergebrannt ist.

Für Holzheizungen wird gerne damit geworben, dass die Verbrennung CO2-neutral abläuft. Das heißt: Es wird beim Verbrennen von Holz nur soviel Kohlendioxid frei, wie der Baum während seiner Lebenszeit aufgenommen hat. Es werden keine fossilen Brennstoffe verbraten, Holz wächst nach - in Deutschland mehr als gebraucht wird. Darüber muss man sich also keine Sorgen machen. Bleibt nur der Feinstaub - aber auch den kann man filtern. Neuere Öfen haben eine Filter-Kassette, sie kann man auch nachrüsten.

Während Pelletheizungen im Keller meist vollautomatisch laufen und vom Schornsteinfeger regelmäßig kontrolliert werden, kann man mit dem Kaminofen auch die Nachbarschaft einnebeln. "Ob eine Feuerstätte umweltfreundlich oder umweltbelastend wirkt, hängt im wesentlichen von der Bedienung und der Art des Brennstoffes ab", drücken es Experten der Schornsteinfeger-Innung für den Regierungsbezirk Düsseldorf vornehm aus.

Es gilt: "Es dürfen nur raucharme Brennstoffe verheizt werden. Als raucharm gelten die in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung aufgeführten Brennstoffe, wie etwa Steinkohlen und Steinkohlenbriketts, Braunkohlenbriketts, Koks, trockenes, naturbelassenes Holz ." Bei Stein- und Braunkohlenbriketts bleibt neben der Asche auch viel Sand übrig. Solche Briketts kann man beispielsweise vor dem Zubettgehen nachlegen - sie halten die Glut besonders lange. Eine preiswerte und saubere Alternative sind Briketts, die aus Sägemehl gepresst sind: Zehn Kilogramm kosten in Baumärkten etwa ab zwei Euro.

Es darf ausschließlich Holz verbrannt werden, das nicht mehr als 20 Prozent Restfeuchte enthält. Diesen Wert hat frisch geschlagenes Holz bei trockener Lagerung frühestens nach zwei Jahren. Sind Scheite zu feucht, qualmt es aus dem Schornstein und die Scheiben des Ofens verrußen. Auch der Geldbeutel freut sich, so die Schornsteinfeger: "Bei trockenem Holz verdoppelt sich der Heizwert fast gegenüber dem des feuchten Holzes." Durch den hohen Wassergehalt bei feuchtem Holz sei die Verbrennungstemperatur niedriger. Es gebe eine verstärkte Ruß- und Teerbildung, zudem bestehe die Gefahr der Schornsteinversottung.

Warmes Holz brennt besser als kaltes: Daher die Holzscheite mindestens einen Tag vorher in die Stube holen. Der meiste Qualm entsteht beim Anzünden. Wichtig ist, zunächst nur einige wenige kleine Scheite (mit viel Fläche) im Feuerraum zu stapeln. Weichholz wie Fichte eignet sich besonders gut. Man kann spezielles Anzündholz nehmen oder Grillanzünder. Doch Finger weg von Brandbeschleunigern wie Spiritus. Dann kann einem der Ofen um die Ohren fliegen. Hat sich bereits Glut gebildet, kann man Hartholz wie Buche oder Eiche nachlegen. Bei einer ordentlichen Verbrennung bleibt nur wenig Asche. Sie saugt man am besten mit einem speziellen Aschesauger weg.

Quelle: RP
 
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