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Rosenmontag in Monheim
Monnem trotzt den Sturmböen

Das war der Rosenmontagszug in Monheim
Das war der Rosenmontagszug in Monheim FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Der Rosenmontagszug zog planmäßig, wenn auch etwas kürzer. 20.000 waren dabei. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Wenn Jecke auf die Straße gehen, geht die Sonne auf", sagt Andrea Petersen von den Monheimer Klüngelköpp und blinzelt unter ihrer grasgrünen Perücke hervor - hinein in die Sonne, die energisch die Wolkenberge auseinandergeschoben hat, um den Mut von Gromoka und Stadt zu belohnen. Trotz angekündigter starker Böen setzte sich der Monheimer Rosenmontagszug  planmäßig in Bewegung, wenn auch das letzte Stück Altstadt-Strecke wegfiel. 20.000 Jecken waren laut Polizei dabei.

So feiert Monheim Altweiber am Doll Eck FOTO: Ralph Matzerath

"Untergehen können wir nicht, wir halten uns gut fest", kommentiert Petersen die negativen Wetterprognosen. Der Brunnen nämlich, in dem die als Froschkönige verkleideten Klüngelköppe sitzen, besteht aus Kinderplanschbecken und Hula-Hoop-Reifen. Viel Angriffsfläche für Böen bieten indessen die hoch aufragenden Löwenköpfe der Monnemer Mädchen. 25 Isomatten, drei Kilometer Pailettenband und 40 Federboas haben die Damen für ihre in Pink und Orange schillernden Kostüme verarbeitet. "Wenn eine Böe kommt, muss man kämpfen", sagt Heike Bertram. Wie ein Löwe eben.

 
So schön war der Lichterzug 2016 in Reusrath FOTO: Ralph Matzerath

Filmchen 7 vom Monheimer Rosenmontagszug

Posted by RP Langenfeld/Monheim on Montag, 8. Februar 2016

Die jecken Engelche, die im Gefolge der Christboomschmücker als farbenfrohglänzende Haremsdamen mit viel umschmeichelndem Tüll und Münzengeklingel dahertanzen, schwenken - trotz der zerrenden Winde - ihre stoffbehängten Baldachine anmutig hin und her. Hinter ihnen erhebt sich das ziemlich gut getroffene Antlitz von Daniel Zimmermann - mit derselben ausladenden Geste wie die monumentale Jesus-Statue von Rio. "Einige unserer Leute haben bei Jaques Tilly kaschieren gelernt", erzählt Christian Halbey. "Zimmermann, Du Scheich, jetzt ist Monnem schön & reich" steht auf dem Mottowagen der Christboomschmücker. "Bei uns sprudelt das Geld jetzt wie das Öl bei den Scheichs", sagt Halbey.

Abgesehen von den Narren von kis monnem, die "Kinder an die Macht" fordern und sich als Babys verkleidet haben, spießt der Monheimer Rosenmontagszug in diesem Jahr kaum lokale Themen auf. Die Maatplatzjecke nehmen den Abgas-Skandal von VW aufs Korn. Ihr Käfer in Marienkäfer-Optik stößt neben den in Pappmaché erstarrten sogar auch echte Rauchwolken aus, da tun Gasmasken Not.

 

Filmchen 5 vom Monheimer Rosenmontagszug

Posted by RP Langenfeld/Monheim on Montag, 8. Februar 2016

Die Labamos gehen als Seifenblasendosen. "Pustefix - passt doch zum Sturm", sagte eine Frau in zylindrischer Ganzkörpermontur. Emil Drösser von der Stiftung "Minsche vür Minsche" stellt die von dem Kölner Künstler Dirk Kelts gestalteten Carbon-Gänse zur Schau. Ob in Anzug, im Zebra-Outfit, konfettibunt oder mit Gänseliesel-Aufdruck - sie sollen demnächst versteigert werden. Ist es eine Anspielung auf ihre wundersame Mitgliedervermehrung? Die Peto-Anhänger haben sich als 101 Dalmatiner verkleidet.

"Wir haben den Sturm abgesagt, damit der Zoch stattfinden kann", sagt Prinz Bernd II. selbstbewusst. Er und seine Silke hätten sehr bedauert, wenn sie um den Höhepunkt ihrer Amtszeit gebracht worden wären. Dieses Erlebnis wollte sich der Hildener Prinz Joal Benedikt nicht nehmen lassen und fuhr nach der Hildener Absage einfach im Monheimer Zoch mit. "Sein Glück war, dass bei uns eine Zugnummer ausfiel", sagt Zugführer Andreas Petruschke. Die "Unternehmungslustigen" mussten absagen - wegen Krankheit.

Mehr Bilder vom Rosenmontagszug sehen Sie hier. 

Quelle: RP
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