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Langenfeld
RP-Chefredakteur spricht vor Firmenchefs

Langenfeld. Michael Bröcker und Landrat Thomas Hendele waren Gastredner beim Industrieverein Langenfeld. Von Martin Mönikes und Stephan Meisel

Über die in der Rheinischen Post gestartete Lokaloffensive und die Zukunft des Journalismus in der digitalen Welt informierte RP-Chefredakteur Michael Bröcker beim Industrieverein Langenfeld. Als zweiter Gastredner bei der Mitgliederversammlung in der Dückeburg beleuchtete Landrat Thomas Hendele (CDU) die Flüchtlingssituation im Kreis Mettmann.

Bröcker stellte unter dem Motto "Digital und Lokal - die Zukunft des Journalismus" die Herausforderungen und Chancen der Zeitungsbranche dar. Immer mehr Menschen nutzen Smartphones und soziale Netzwerke, viele Neuigkeiten verbreiten sich heute zunächst über Twitter und Facebook. Diese Informationswege müssten gezielt genutzt werden, sagte Bröcker. "Auch deshalb gibt es für die RP keine Trennung zwischen Print- und Online-Redaktion." Über die sozialen Medien (Facebook nutzen weltweit 1,3 Milliarden) können Journalisten mehr Menschen erreichen als je zuvor. So lasse sich "aus der vorhandenen Kompetenz der Redakteure mehr Nutzen ziehen". Gerade in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion müssten Journalisten durch Recherche und Faktenwissen Glaubwürdigkeit erzeugen, um "Verschwörungstheorien" zu begegnen. Auf lokaler Ebene fördere die RP mit Erfahrungswissen, Meinungsbildung, Service und Dialogbereitschaft verstärkt die Kommunikation mit den Lesern.

Landrat Hendele, auch Polizeichef im Kreis, sprach über die Flüchtlingssituation im Kreis. "Erstmals gibt es im Vergleich zur Zunahme der letzten Wochen gerade eine kleine Verschnaufpause." Es gibt keine polizeilichen Auffälligkeiten, "neun von insgesamt zehn Fällen, an denen Flüchtlinge beteiligt waren, entsprangen Problemen in den Notunterkünften". Die größere Aufgabe "Integration" stehe indes noch bevor, so Hendele, und werde erhebliche Kosten verursachen. Auch deshalb sei die systematische Benachteiligung des Kreises ("seit 13 Jahren keine Anteile an der Einkommensteuer; der einzige Kreis in NRW ohne Schlüsselzuweisungen") nicht hinnehmbar.

Als Vorsitzender des Industrievereins blickte Gerhard Witte vor etwa 80 Firmenvertretern auf erfolgreiche Arbeit des Interessenverbandes in 2015 zurück. Er nannte aber auch die noch offenen Baustellen, was im Hinblick auf die Verkehrsprobleme in Langenfeld wörtlich gemeint war. "Warum kann an wichtigen Baustellen nicht Tag und Nacht gearbeitet werden, um die Belastungen für die heimische Wirtschaft zu reduzieren?" Im Hinblick auf die neuerliche Gewerbesteuersenkung in Monheim, wiederholte Witte seine Aufforderung, auch in Langenfeld den Hebesatz auf höchstens 300 Punkte zu senken.

Quelle: RP
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