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Analyse
RRX: Langenfeld profitiert auch ohne Halt

Analyse: RRX: Langenfeld profitiert auch ohne Halt
Unter anderem drei Brücken (EÜ) sind vom Ausbau der Bahnstrecke in Langenfeld für den RRX betroffen. Auch an diesen sind Arbeiten notwendig. FOTO: Bahn
Langenfeld. Am Donnerstag informiert die Bahn AG in der Gieslenberger Hubertushalle über den aktuellen Planungsstand für den hiesigen Streckenabschnitt des Rhein-Ruhr-Expresses. Es geht unter anderem um das vierte Gleis für den Turbo-Zug und neue Lärmschutzwände. Von Thomas Gutmann

Dortmund-Köln, diese Kernstrecke soll der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ab 2018 schrittweise verbinden. Spätestens bis zur Vollendung des Vier-Milliarden Euro-Projekts 2025 werden laut Plan im Bereich Düsseldorf-Köln vier Linien verkehren, so dass in beide Richtungen jeweils alle 15 Minuten ein RRX durchsaust mit bis zu 160 km/h. Das Planfeststellungsverfahren läuft. Zum Abschnitt (PFA) 1.3 zwischen Leverkusen-Rheindorf und Langenfeld-Berghausen findet am Donnerstag, 7. Mai, 19 Uhr, in der Hubertushalle, Rheindorfer Straße 187, eine Bürgerinfo-Veranstaltung der Bahn statt. Hier die Antworten auf wichtige Fragen zum RRX.

Was ist baulich geplant? Ab dem S-Bahnhof Langenfeld (Rhld.) am Katzberg wird in Richtung Leverkusen auf etwa drei Kilometer Länge ein viertes Gleis gebaut - auf der westlichen "Monheimer" Seite des Gleiskörpers. "Damit wird ein Engpass auf der sonst viergleisigen Strecke zwischen Düsseldorf und Köln beseitigt", sagt Stephan Anhalt, Leiter des städtischen Planungsamtes. Dies komme auch dem normalen S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr zugute. "Ein dichterer S-Bahn-Takt in Richtung Köln wäre somit leichter zu realisieren." Nahe dem Katzberg entsteht zudem ein elektronisches Stellwerk. "Damit wird die Signalisierung an der Strecke auf den neuesten Stand gebracht", sagt Bahn-Pressesprecherin Sonja Stötzel. Im Plan-Abschnitt Langenfeld-Düsseldorf (nördlich des S-Bahnhofs Berghausen) ist baulich nichts geplant, allenfalls eine Signalanlage könnte dort verändert werden.

Wie sieht es mit Lärmschutz aus? Die bestehenden Wände sollen von zwei auf bis zu sechs Meter erhöht werden. "Lärmtechnisch wird der Gleis-Zubau so behandelt, als würde die Strecke komplett neu angelegt. Das ist für die Anwohner ein klarer Vorteil", sagt Anhalt. Ausnahme: Unmittelbar am Alten Bahnhof soll es bei den zwei Metern Lärmschutzwand bleiben. "Das ist im Sinne des Denkmalschutzes und damit auch in unserem Interesse", sagt Anhalt. Das ehemalige Bahnhofsgebäude biete erwiesenermaßen ausreichend Schallschutz für benachbarte Wohnhäuser.

Sind über den "aktiven" Schallschutz hinaus weitere Maßnahmen geplant? Zwischen A 542 und Mehlbruch hätte sich die Stadt ebenfalls Wände gewünscht, ist damit laut Anhalt aber nicht durchgedrungen. "Für diesen Bereich hat die Bahn regelmäßiges Schienschleifen zugesagt, um den Lärm zu reduzieren", sagt Anhalt. Zusätzlicher Schallschutz an Fenstern kommt nur für 14 Gebäude in Betracht, die von den Wänden nicht ganz abgeschirmt werden.

Gibt es weiteren Veränderungsbedarf? Ja, aber in Maßen. So dürfte in Mehlbruch eine Gasleitung um ein paar Meter verlegt werden müssen, weil der Mindestabstand zum neuen Gleis unterschritten wird.

Ist der von der Stadt geforderte RRX-Halt für Langenfeld auch ein Thema in dem Abschnittsverfahren? Nein, der gehört zu einer anderen "Baustelle" im Gesamtprojekt. Förmlich ist er noch nicht vom Tisch, wiewohl ein RRX-Halt zwischen Düsseldorf und Leverkusen (und womöglich Benrath) kaum noch Chancen auf Verwirklichung hat. Die Stadt behält sich aber weiter vor, gegen den noch ausstehenden Planbeschluss hierzu zu klagen.

Wie geht es weiter? Nach dem Info-Abend folgt die Offenlegung der aktuellen Pläne (11.5.-10.6) im Stadtplanungsamt. Bürger haben die Möglichkeit, die Pläne einzusehen. Bis zu 14 Tage nach Offenlegung können sie erneut Einwände vorbringen, die das Eisenbahnbundesamt im weiteren Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen hat.

Quelle: RP
 
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