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Langenfeld
Säure-Anschlag: Opfer will hohes Schmerzensgeld

Säureanschlag in Hilden: Prozess beginnt
Säureanschlag in Hilden: Prozess beginnt FOTO: Susanne Genath (sug)
Langenfeld. Der Säureanschlag auf die Hildenerin Reyhan C. beschäftigt die Gerichte weiterhin: Zweieinhalb Jahre nach der Tat verhandelt das Landgericht Düsseldorf über "eine hohe Summe" an Forderungen. Von Alexandra Rüttgen

Nachdem im strafrechtlichen Prozess Ende Juli 2013 ein Urteil gegen die beiden Täter gesprochen wurde, führt die junge Frau nun ein zivilrechtliches Verfahren. Das bestätigt ihre Anwältin Dr. Hayriye Yerlikaya. Sie arbeitet in derselben Neusser Kanzlei, die Reyhan C. bereits im strafrechtlichen Prozess vertreten hatte.

Am 29. Dezember 2012 hatten ein 23 und ein 19 Jahre alter Langenfelder in einem Hildener Wohngebiet einen Säureanschlag auf die damals 21-Jährige Reyhan C. verübt. Die körperlichen und seelischen Folgen des Anschlags werden die junge Frau ihr Leben lang begleiten. Im Umfeld des 2013 geführten strafrechtlichen Gerichtsprozesses wurde bekannt, dass Reyhan C. zwei Jahre lang einen so genannten Kompressionsanzug tragen muss, um die Narbenbildung der mit Säure verätzten Haut an Gesicht, Hals, Dekolleté, Bauch und Bein einzudämmen. Zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand will Reyhan C. heute nichts mehr sagen.

Das Düsseldorfer Landgericht verurteilte den Haupttäter Serhat K. (23) - den Ex-Freund von Reyhan C. - zu fünf Jahren und sieben Monaten Haft. Alan K. (19), der die Tat im Auftrag von Serhat ausführte, wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil rief in der Öffentlichkeit Empörung hervor. Auch Reyhan C. und ihre Anwältin Dr. Esma Cakir-Ceylan hielten das Urteil für zu milde.

Nun beschäftigt der Fall erneut das Landgericht Düsseldorf. Die Höhe der Forderungen will Hayriye Yerlikaya nicht nennen. "Aber es handelt sich insbesondere bei der Schmerzensgeldforderung um eine vergleichsweise hohe Summe, für die das Landgericht durch die Gewährung von Verfahrenskostenhilfe nach grober, überschlägiger Bewertung Erfolgsaussichten signalisiert hat", sagt die Neusser Rechtsanwältin. Einen Gerichtstermin gebe es noch nicht, da zunächst schriftlich gestritten wird.

Die Forderungen richten sich gegen beide Täter als Gesamtschuldner. Doch wie solvent sind die beiden jungen Männer? Können sie eine solch hohe Strafe überhaupt zahlen? " Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß, jedenfalls in der nächsten Zeit", mutmaßt die Rechtsanwältin. Doch aus einem Urteil könne 30 Jahre lange vollstreckt werden.

Quelle: RP