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Langenfeld
Sanitäter proben beim DRK-Fest den Ernstfall

Langenfeld: Sanitäter proben beim DRK-Fest den Ernstfall
Bei der Erstversorgung von Verletzten muss jeder Handgriff sitzen. DRK-Einsatzkräfte demonstrierten dies beim Sommerfest des Deutschen Roten Kreuzes in Langenfeld. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Es gab einen Autounfall. Eine Person ist verletzt. Es muss jetzt alles ganz schnell gehen. Mandy Burhenne ist als erste am Unfallort und bewertet die Situation. Der Verletzte ist bewusstlos. Schnell setzt die 14-Jährige einen Notruf ab. Ein paar Minuten später treffen Notarzt und Sanitäter ein. Vor Publikum demonstrieren sie die stabile Seitenlage, Herzrhythmus-Massagen und andere Techniken der ersten Hilfe. Das Unfallopfer ist eine lebensgroße Puppe der Feuerwehr.

Auf dem Sommerfest des Roten Kreuzes gab es am Wochenende zum Glück nur Übungseinsätze vor Zuschauern, mit denen die Arbeit der Lebensretter gezeigt werden sollte. Die Informationen dazu lieferte Guido Halbach, der das Langenfelder Jugendrotkreuz leitet. Detailliert erklärte er den Ablauf eines Einsatzes, während die Ersthelfer ihre Routine abspulten.

"Das Sommerfest ist für uns auch eine Gelegenheit zur Außendarstellung", sagt Hartmut Schiffer, der seit 50 Jahren im Ortsverein tätig ist. "Wir zeigen uns und unsere Angebote und nehmen nebenbei etwas Geld für die Fahrzeugwartung und andere Kosten ein." Neben Spenden, Zuschüssen und Mitgliedsbeiträgen sei das eine weitere Einnahmequelle.

Das DRK gibt es seit 1912 in Langenfeld. Der Ortsverein hat etwa 1500 Mitglieder, davon rund 100 Aktive, die im Rettungsdienst, bei Blutspenden oder im Jugendrotkreuz aktiv sind. Zudem gibt es eine Begegnungsstätte von Senioren und auch eine Kindertagesstätte, die vom DRK getragen werden. Das Familienzentrum Am Brückentor ("Glühwürmchen") feierte kürzlich ihr 40-jähriges Bestehen. Dort werden 100 Kinder betreut, davon 22 unter drei Jahren. "Wir haben ein teiloffenes Konzept aus der Reggio-Pädagogik", sagt Petra Uellendahl. "Werken, Kunst, Rollenspiele und Bauen laufen bei uns in eigenen Räumen." Ziel sei, dass die Kinder ihre individuellen Fähigkeiten entfalten können - und damit ihre Entwicklung fördern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen hat das Rote Kreuz kaum Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden. Laut Guido Halbach sind mehr als 30 Heranwachsende im Jugendrotkreuz. Die Erfahrung zeige, dass viele von ihnen auch im Erwachsenenalter dabeiblieben. "Ich habe selbst so angefangen - und inzwischen bin ich 46 Jahre alt." Die enorme Bindung an den Verein erklärt er mit der guten Arbeit, die vor Ort geleistet werde. "Außerdem arbeiten wir mit Kitas und Schulen zusammen. So finden wir immer wieder Interessenten." Mandy Burhenne ist seit sieben Jahren dabei. Inzwischen macht sie auch bei Schau-Einsätzen mit. "Es ist eine sinnvolle Arbeit, die Menschen hilft, und es macht sich gut im Lebenslauf", sagt die 14-Jährige. Sollte einer der Besucher des Sommerfestes kollabieren, sei sie sofort in der Lage, Erste Hilfe zu leisten, betont die Realschülerin. "Wenn es ernst würde, wäre ich zur Stelle." dora

Quelle: RP
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