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Langenfeld/Monheim
Schneider fordert Baustopp am Radweg

Langenfeld/Monheim: Schneider fordert Baustopp am Radweg
Tägliche Stau-Kulisse in Langenfeld, hier die Berghausener Straße FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld/Monheim. Der Bürgermeister beklagt die aktuelle Vielzahl der Baustellen: Langenfeld werde zu einer unerreichbaren Insel. Von D. Schmidt-Elmendorff

Für eine Kampagne, die für den Umstieg aufs Fahrrad wirbt, könnte die Fahrradbeauftragte der Stadt Monheim keinen passenderen Augenblick wählen. Für eine Autofahrt zwischen Langenfeld und Monheim muss man mindestens eine halbe Stunde zusätzlich einplanen. Nicht nur in den sozialen Netzwerken fragen sich die Bürger, warum Straßen NRW derzeit mehrere Straßenbauprojekte parallel angeht und Umleitungen über ohnehin belastete Straßen führt. Der Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider ist angesichts dieses aus seiner Sicht "völlig unkoordinierten und unabgestimmten Vorgehens bei der terminlichen Taktung der Baumaßnahmen" fassungslos. Stein des Anstoßes: die Teilsperrung der Hitdorfer Straße und damit der Autobahnzufahrt aufgrund der Radweg-Sanierung. Schneider räumt zwar ein, diese Radwegsanierung selber gefordert zu haben. Das bedeute jedoch nicht, dass nun so viele Maßnahmen gestartet würden, dass "Langenfeld zu einer Insel werde, die man kaum noch erreichen" kann. Er fordert den sofortigen Baustopp an der Hitdorfer Straße.

Auch die neuste Mitteilung von Straßen NRW, wonach die Sanierung der Fahrtrichtung Langenfeld der A542 Anfang November beginne, treibt Schneider die Zornesröte ins Gesicht. Denn darin wird angekündigt, dass die Anschlussstelle Immigrath bis Ende des Jahres komplett gesperrt werden soll. Die Bauwerke hätten größere Schäden als gedacht, heißt es. "Anstatt Abhilfe bei den ohnehin schon nicht hinnehmbaren Verkehrsproblemen zu schaffen, machen die Herrschaften es nur noch schlimmer!" Diese nicht abgestimmte Sperrung der Zufahrt werde für "weitere Verkehrsinfarkte in Langenfeld sorgen", so der aufgebrachte Bürgermeister. Er fordert, dass die Zufahrt auf die A542 in Richtung Monheim geöffnet wird.

Auch Detlef Hövermann, Geschäftsführer der Bahnen der Stadt Monheim (BSM), sieht dieser Umkehrung der Baustelle besorgt entgegen. "Dann können wir mit unserem Schnellbus 79 nicht mehr lang." Jetzt, nach Beendigung der Herbstferien, habe sich die Situation so verschärft, dass die BSM den Fahrplan überhaupt nicht mehr einhalten könne. "Wir liegen 80 Minuten drüber." Von der einseitigen Sperrung der Hitdorfer Straße in Langenfeld sei zwar keine BSM-Linie direkt betroffen, mittelbar aber schon, da der Verkehr nun über die L 402 (Opladener Straße) gelenkt werde. "In diesem Stau stecken dann der 790er und der 791er fest", so Hövermann. Dort, wo für die Busse nach ihrer verspäteten Rückkehr aus Langenfeld eine Weiterfahrt nach Düsseldorf anstünde, setzt die BSM Ersatzbusse ein, die dann pünktlich nach Fahrplan die Fahrt ab Busbahnhof fortsetzen. Angesichts der verstopften Hauptwege und der stadteigenen Baustellen, etwa am Ende der Krischerstraße, verlagere sich der Verkehr auf die wenigen freien Verbindungen. "So können wir auch nur mit Ersatzbussen die Anschlüsse an die S-Bahn halten", erklärt Hövermann. Angesichts der unübersichtlichen Verkehrssituation komme man auch mit den Hinweisen auf den elektronischen Fahrgastinfo-Tafeln kaum noch nach.

"Die Situation ist mehr als unbefriedigend", räumt Dietmar Giesen, Projektleiter bei Straßen NRW, ein. Seine Durchhalteparole: Langfristig wird dafür die Infrastruktur besser. Der erste Lichtblick: Nächsten Montag wird die Berghausener Straße Richtung Baumberg wieder frei. Fertiggestellt wird die Gesamtbaumaßnahme in anderthalb Wochen. Die Bündelung der Maßnahmen sei auf das von der Bezirksregierung vorgegebene Zeitfenster zurückzuführen. "Der Radweg an der Hitdorfer Straße muss fertig sein, bis die Bauarbeiten zu dem geplanten neuen Kreisverkehr starten." Die einseitige Sperrung geschehe zum Schutz der Bauarbeiter.

Quelle: RP
 
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