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Langenfeld
Schönerer Wald bringt Punkte fürs Öko-Konto

Langenfeld: Schönerer Wald bringt Punkte fürs Öko-Konto
Rund 250 von insgesamt 550 Hektar Langenfelder Waldflächen gehören der Stadt. Hier eine Lichtung nahe der Haus-Gravener-Straße. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Durch die Aufwertung von Waldflächen soll der für Bebauungen vorgeschriebene Ausgleich an die Natur geschaffen werden. Von Stephan Meisel

Die Langenfelder Wälder sollen schöner werden. Zumindest soll die Stadtverwaltung in einem Konzept Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. Das beschlossen die Stadtpolitiker am Donnerstagabend im Planungs- und Umweltausschuss. Grüne und BGL stimmten dagegen, weil die ökologische Aufwertung dazu herhalten soll, an anderer Stelle im Stadtgebiet freie Landschaft zu bebauen.

Knapp die Hälfte von insgesamt 550 Hektar Langenfelder Waldflächen gehören der Stadt, berichtete Jens Mischel in der Ausschuss-Sitzung. Nach Angaben des städtischen Landschaftspflegers könnte deren Qualität etwa dadurch gesteigert werden, dass Waldränder vielfältiger bepflanzt, Fichten durch höherwertige Buchen oder Eichen ersetzt und die forstwirtschaftlich kaum nutzbaren Birkenwäldchen als Biotope weiter ausgeprägt werden.

Das wiederum würde Pluspunkte auf dem so genannten Öko-Konto bringen, ohne dass den heimischen Landwirten weitere Ackerflächen entzogen werden. "Die Kreisbauernschaft hatte einen zunehmenden Verlust landwirtschaftlicher Flächen durch Siedlungsbau sowie Kompensationsmaßnahmen beklagt und im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit dem Kreis getroffen, solche Eingriffe zu verringern."

Grundsätzlich kommen nach Mischels Angaben hierfür drei Möglichkeiten in Betracht:

Rekultivierung von bebauten Flächen Diese Alternative verwarf der Landschaftspfleger sogleich. Dazu sei in Langenfeld der Bedarf an Wohn- und Gewerbegebieten zu groß. "Sollten sich Brachen ergeben, werden diese sinnvollerweise apriori wieder für Siedlungszwecke entwickelt, bevor hierfür Ackerflächen in Anspruch genommen werden."

Naturnaher Umbau von Fließgewässern Die in Langenfeld bereits im Landschaftspark Fuhrkamp sowie weiteren Stellen erfolgte Renaturierung von Bächen verbessert die Wasserqualität und steigert den ökologischen Wert des Ufers. Doch gab Mischel zu bedenken, "dass die Kosten je Ökopunkt in der Herstellung etwa doppelt so hoch sind wie Gehölzpflanzungen auf landwirtschaftlichen Flächen".

Kompensation im Wald Diese Art des Ausgleichs an die Landschaft für neue Baugebiete oder Straßen ist laut Mischel erst aufgrund des Bundesnaturschutzgesetztes von 2010 möglich. "Es muss dabei eine dauerhaft wirksame Förderung der Naturnähe und der Strukturvielfalt gewährleistet sein."

Die Ausschussmehrheit beauftragte Mischel, für den letztgenannten Punkt ein Konzept zu entwerfen und die Verbesserungsmöglichkeiten für die 250 Hektar städtischen Waldflächen auszuloten. "Dieser Prüfauftrag ist sehr sinnvoll", befanden für die CDU Dieter Braschoss und Josef Aschenbroich, der zugleich als Landwirt lobte, "dass jetzt endlich auf unsere Forderungen reagiert wird". Landwirtschaftliche Flächen würden indes, warf Dr. Günter Herweg (Grüne) ein, "nicht wegen Ausgleichsmaßnahmen an die Natur knapp, sondern wegen der Bebauung der Landschaft". Andreas Krömer (BGL) äußerte sich ähnlich und beklagte "die Versiegelung von 190 Hektar seit 2000".

(RP/rl)
 
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