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Monheim/Langenfeld
Schüler erhalten Koch-Lizenz

Monheim/Langenfeld. Vom Händewaschen übers Schneiden von Obst bis zu den Tischmanieren lernen Monheimer und Langenfelder Kinder, worauf es ankommt. Von Petra Czyperek

Auch in diesem Schuljahr kommt die Küche wieder in viele Klassenzimmer. Selbermachen, mit allen Sinnen wahrnehmen und zusammen essen - das sind die Zutaten des "Ernährungsführerscheins". Drittklässler lernen im Unterricht, kleine Mahlzeiten herzustellen. Unterstützung erhalten die Schulen dabei vom Kreisgesundheitsamt.

In Langenfeld ist beispielsweise die katholische Don-Bosco-Grundschule an der Fröbelstraße dabei, in Monheim macht die Leo-Leonnie-Förderschule mit. Dort werden die Kinder schon ab dem ersten Schuljahr zu einem gesunden Frühstück angeleitet. "Der Ernährungsführerschein ist ein weiterer wichtiger Baustein", sagt Lehrerin Henrike Dieckmann. "Die Kinder können unter Anleitung sehr viel selber machen." Auch Schüler, die von sich selber sagten, sie mögen kein rohes Gemüse, würden bei bunten Brotgesichtern mit Möhre und Paprika schwach, berichtet Barbara Gaßmann von der Don-Bosco-Schule in Langenfeld-Mitte. Mütter wunderten sich dann manchmal, was der Nachwuchs plötzlich alles knabbere. Das Projekt, das in den Sachkundeunterricht eingebunden ist, endet mit einem großen Büfett, zu dem die Eltern eingeladen werden. In beiden Schulen läuft das Ernährungsprojekt seit vielen Jahren.

"46 Schulen haben sich jetzt gemeldet", freut sich Vassilki Noti, die im "Lott jonn-Team" den Einsatz der Fachkräfte in den Schulen organisiert. 80 Klassen gehen kreisweit an den Start. 44 Lehrer haben sich für die Weiterbildungen angemeldet, um den Ernährungsunterricht eigenständig durchführen zu können. Bereits im achten Jahr gibt es die Hilfe für die kreisweit rund 100 Grund- und Förderschulen. Das Kreisgesundheitsamt übernimmt die erste der insgesamt sieben Einheiten des Konzepts und überreicht am Ende den "Führerschein", die Lizenz zum Selberkochen. Die weiteren Stunden gestalten die Lehrer selbst. Inzwischen gibt es auch einige Schulen, die das komplette Programm eigenständig in die Tat umsetzen. In einigen Städten sind zusätzlich die Prophylaxe-Fachkräfte der AG Zahngesundheit mit dabei.

"Was zählt, ist vor allem der Spaß am Selbermachen und Experimentieren. So lernen Kinder am besten", sagt Koordinatorin Noti. Vom Händewaschen, richtigen Schneiden von Obst und Gemüse bis zu den Tischregeln lernen die Kinder spielend, worauf es ankommt. Am Schluss wird in Theorie und Praxis eine "Prüfung" abgelegt. Die Übergabe des "Führerscheins" ist für die Kinder am Ende ein besonderes Ereignis .

Ziel ist es, die Schulen für die Ernährungsbildung im Unterricht zu motivieren. "Der Anteil übergewichtiger Kinder steigt ab dem Grundschulalter an", sagt Noti. "Eigenständiges Kochen und zu wissen, welche Lebensmittel wie oft auf den Tisch kommen sollten, sind wichtig für eine gesunde Ernährung."

Quelle: RP
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