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Langenfeld/Monheim
Schüler müssen Jobbörse besser nutzen

Langenfeld/Monheim: Schüler müssen Jobbörse besser nutzen
Bei der jüngsten BOB in der Langenfelder Stadthalle stellte Bäcker Michael Gehrke (v.l.) den Schülern Raphael Halter, Tom Hessel und Fares Elzahran seinen Beruf vor. FOTO: rm-
Langenfeld/Monheim. Der Langenfelder Jobmesse-Verein BOB plus hat eine Befragung von Ausstellern und Besuchern auswerten lassen. Die Ergebnisse stellte er jetzt vor. Von Stephan Meisel

Die alljährliche Berufsorientierungsbörse (BOB) in der Langenfelder Stadthalle soll mehr sein als ein Pflichtprogramm. Deshalb wollen die Organisatoren vom Verein "BOBplus" nach Worten ihres Vorsitzenden Hans-Dieter Clauser stärker die weiterführenden Schulen einbinden. Zwar besuchen Langenfelder und Monheimer Jugendliche die Messe, bei der sich an einem Tag im Mai Ausbildungsbetriebe, Verbände und weitere Einrichtungen präsentieren. "Doch zu wenige nutzen die Chance für sich persönlich", sagt Clauser. Anders als Hauptschüler seien vor allem Gymnasiasten kaum vorbereitet gewesen.

Bei dieser Erkenntnis stützt sich Clauser auf eine umfassende Befragung von Ausstellern und Besuchern durch das Institut Wupperfeld, deren Auswertung jetzt vorliegt. Danach gaben Aussteller der jüngsten BOB zwar in puncto Organisation und Gesamteindruck die Note 1,9, doch laut Ingo Wupperfeld beklagten viele, dass der Andrang des Vormittags mit mehr als 2000 Besuchern nach Unterrichtsschluss abrupt abriss. "Am Nachmittag standen sich viele die Beine in den Bauch." Dabei wäre gerade dann beste Gelegenheit für eingehende Gespräche, merkte Clauser an.

Zumal nach Wupperfelds Angaben viele der befragten Schüler aus Langenfeld und Monheim den Andrang an manchen Ständen bemängelten. Gleichwohl waren auch die Schüler insgesamt mit der Messe zufrieden und gaben ihr im Schnitt die Note 2,9. Die BOB werde indes eher als Informationsangebot wahrgenommen. Wupperfeld: "Die Kontaktaufnahme zu Ausstellern war verhalten. Bewerbungsunterlagen wurden kaum mitgenommen."

Doch genau das sei der Anspruch der BOB, sagt Clauser. Mit Blick auf die Organisation der nächsten Messe werde das Organisationsteam einerseits versuchen, den Andrang zu entzerren. "Die Monheimer Gesamtschule hatte durch einen Bustransfer die Besuchszeit bereits auf 13 bis 15 Uhr gelegt." Andererseits biete der BOB-Verein allen Schulen gratis vorbereitende Vorträge und Bewerbertrainings an.

Über ein in die jüngste BOB eingebettetes Azubi-Speeddating der IHK bestand Gelegenheit, sich Betrieben direkt vorzustellen. Mehrere Jugendliche wurden danach zur Vertiefung der Kontakte in die Firmen eingeladen. Doch hatten laut Wupperfeld auch etliche Schüler in den zehnminütigen Mini-Bewerbungsgesprächen keine Unterlagen dabei oder waren nachlässig gekleidet. Zur nächsten BOB hofft Clauser auch auf ein solches Speeddating der Handwerkskammer. Wichtig sei es bei der Berufs- oder Studienwahl, dass sich auch viele Eltern ihrer Verantwortung stärker bewusst würden. "Aus diesem Grund haben wir zum Beispiel bei Elternsprechtagen in der Gesamtschule einen BOB-Stand." Nach dem Eindruck von Bürgermeister Frank Schneider ist die BOB in Langenfeld fest etabliert. Und sie gewinne in Anbetracht des Fachkräftemangels und der Volksalterung weiter an Bedeutung. "Ganz wichtig ist es, die vielen jugendlichen Flüchtlinge einzubinden. Das ist - trotz Mehrarbeit - auch eine große Chance." Das sieht nach eigenen Worten auch Clauser so. "Wir sprechen über dieses Thema im November bei einer Fachtagung."

Quelle: RP
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