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Langenfeld
Schüler spenden Lohn für Hilfsprojekte

Langenfeld. Gymnasiasten des Konrad-Adenauer-Gymnasiums haben im Rahmen der "Aktion Tagwerk" 1500 Euro erarbeitet. Von Martin Mönikes

Üblicherweise geht Joanna Franken täglich um 8 Uhr zum Unterricht in die Klasse 9 b des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG). Jetzt jedoch fand sich die 15-jährige Langenfelderin schon kurz nach 7 Uhr im städtischen Bauhof ein. Sie erhielt Sicherheitsschuhe, Warnweste und Geräte für die Gartenarbeit. Dann ging es mit zwei Mitschülerinnen in den Freizeitpark Langfort, um in der Gärtnerkolonne zu helfen. "Rasen mähen, Unkraut jäten, Hecke schneiden, das Fundament für einen Basketballkorb graben - statt Mathe, Chemie und Englisch." So blickten die drei Mädels mittags auf abwechslungsreiche und informative Stunden zurück. Weitere Mitschüler arbeiteten an diesem Tag in der Straßenreinigung oder bei den Kanalbetrieben, andere bei der Lebenshilfe, im CBT-Altenheim und in anderen Firmen.

Das Besondere: Für diese Arbeit gab es - vorab vertraglich vereinbart - gutes Geld, aber nicht für die fleißigen Schülerinnen, sondern insgesamt rund 1500 Euro direkt für ein Hilfsprojekt in Afrika.

Bereits zum sechsten Mal beteiligte sich das KAG mit einer 9. Klasse an der bundesweit gestarteten Kampagne "Aktion Tagwerk - Dein Tag für Afrika". Insgesamt 30 Gymnasiasten arbeiteten in verschiedenen Firmen für einen guten Zweck. "Rund 1500 Euro sind am Ende des Tages beisammen, die in diesem Jahr dem Bildungs-Projekt ,Zukunft bilden' zugutekommen", zog Bürgermeister Frank Schneider am Mittag in der Betriebshofkantine Bilanz. Er dankte in Anwesenheit des KAG-Schulleiters den Lehrkräften Hermann Jommersbach und Angela Weber für die Organisation und den beteiligten zehn Firmen für ihre Mitarbeit. Die 9 b war 2016 Partner der Aktion, weil sie die "sozialste" der Klassen in diesem Jahrgang ist. "Insgesamt 64 Zeugnisbemerkungen für gesellschaftliches Engagement allein in den aktuellen Zeugnissen" habe sie geschrieben, verriet die stolze Klassenlehrerin.

In den Betrieben war man angetan vom Arbeitseifer der Jugendlichen, "eine prima Bewerbung, sofort einsetzbar, interessiert", erinnerte sich etwa Thorsten Graetz, Geschäftsführer bei der WISAG an den neuen "Mitarbeiter" Yannick (15), der im Personalbüro bei der Abrechnung half. Die WISAG war erstmalig an dem Projekt beteiligt und ist "sicherlich 2017 wieder dabei", kündigte der Geschäftsführer an. Die Stadtsparkasse half einmal mehr indirekt, sie finanzierte sechs Tages-Arbeitsstellen in caritativen Einrichtungen. Stefan Noak, StadtSparkassen-Vorstandsmitglied, erinnerte im Gespräch mit den Schülern an eine Studie, wonach "Leute, die spenden, oder etwas für andere tun, selbst glücklicher sind".

Der Bürgermeister stellte einen Zusammenhang zur Ehrenamts-Tradition in Langenfeld her und konstatierte, "es ist nie zu früh, sich einzubringen".

Quelle: RP
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