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Langenfeld
Seemannslieder und Polka

Düsseldorf. Einen Einblick in die estnische Folklore bekamen die Zuhörer am Samstag beim Konzert in der katholischen Kirche St. Josef. Der Auftritt des "European Choir of Estonians" ist ein Programmpunkt der Reihe "Willkommen Baltikum". Von Dagmar Benedix

Unter das Motto "Willkommen Baltikum" hat die Stadtverwaltung Langenfeld das laufende Jahr 2010 gestellt. In diesem Rahmen gastierte am Samstagabend der "European Choir of Estonians" in der katholischen Pfarrkirche St. Josef. Der "European Choir of Estonians" besteht aus im Ausland lebenden Esten, die auch in ihrer Wahlheimat ihren musikalischen Wurzeln verbunden bleiben möchten. Zurzeit kommen die Sänger zu den Proben und Auftritten aus insgesamt 13 europäischen Ländern zusammen.

Liturgische Werke

Eröffnet wurde das Konzert von den Gastgebern. Der heimische Kirchenchor unter der Leitung von Kantor Matthias Krella und begleitet von der kurzfristig für den erkrankten Mark Gierling eingesprungenen Esther Kim, brachte liturgische Werke zeitgenössischer US-Komponisten zu Gehör.

Den Hauptteil des Konzertes bestritten aber die Gäste unter der Leitung von Kalev Lindal und Lauri Breede mit estnischer Folklore und anderen Liedern estnischer Komponisten. In der estnischen Folklore gibt es gefällige Seemannslieder ebenso wie Polka-Klänge. Meist dominiert aber ein sehr dichter choralartiger Klang, der ahnen lässt, warum gerade Estland einen Komponisten wie Arvo Pärt hervorgebracht hat.

Aufgelockert wurde das Programm durch "Volkstänze für Chor", bei denen der Chor mit teils rabiater, teils humoristischer Choreographie das Publikum unterhielt. Ein Potpourri aus Werken des Unterhaltungskomponisten Raimond Valgre machte demgegenüber deutlich, dass auch die Tradition des Schlagers amerikanischen Stils in Estland ihren Platz hat. Den Abschluss des Konzertes gestalteten beide Chöre mit einem gemeinsamen "Sanctus" in estnischer Sprache. Das Publikum spendete reichlich Applaus für ein ungewöhnliches Hörerlebnis. Estland zeichnet sich durch eine besonders intensive Beziehung zu seiner Gesangstradition aus. Oft wurde Musik auch zum Mittel politischen Widerstandes, zuletzt bei der "singenden Revolution" von 1989 genutzt. 2003 wurden die baltischen Sängerfeste sogar von der Unesco in die Liste der "Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit" aufgenommen. So ist es nur folgerichtig, dass Estland in der Veranstaltungsreihe "Willkommen Baltikum" vertreten war.

Quelle: RP
 
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