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Monheim
Senioren-Union ist mehr als ein Reiseclub

Monheim: Senioren-Union ist mehr als ein Reiseclub
Ursula Klomp stellt mit ihren Vorstandskollegen das Jahresprogramm auf, für das die Mitglieder im Vorfeld Wünsche äußern können. FOTO: Matzerath
Monheim. Im Redaktionsgespräch berichtet Ursula Klomp über Aktivitäten der Vereinigung. Dabei geht's auch um gesellschaftspolitische Themen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Senioren gelten als reiselustig, dies spiegelt sich auch im Jahresprogramm der Senioren-Union (SU) Monheim wieder. "Wir unternehmen sechs Tages- und zwei bis drei größere Fahrten - weil es so gewünscht wird", berichtet die Vorsitzende Ursula Klomp. Es seien vor allem Frauen, die auf diese Weise ausnutzen, dass sie auch ohne Führerschein unterwegs sein, sich dennoch aber betreut und geborgen in einem Kreis bekannter Gesichter bewegen können. Dabei entstünden auch viele Freundschaften. Aber die Seniorenunion sei nicht allein ein Reiseclub, die Mitglieder befassten sich bei ihren Stammtischen im Gasthaus Pfannenhof auch mit gesellschaftspoltischen Themen, zu denen jeweils Gastreferenten eingeladen werden.

Auch wenn die Seniorenunion eine Vereinigung in der CDU ist, sind nur 80 der 360 Mitglieder auch Parteimitglieder. Der SU-Vorstand arbeitet aber eng mit der CDU-Ratsfraktion zusammen, wenn er eigene Vorschläge, wie etwa die Taschengeldbörse oder ein Internetcafé als generationenübergreifende Projekte, in den Rat bringen will. Ob für die Durchsetzung seniorenrelevanter Themen der Ausschuss für Generationen, Kultur, Soziales und Ordnung (GeKuSO) ein ausreichender Ersatz für den Seniorenbeirat ist, "muss sich erst noch zeigen", so Klomp.

"Wenn wird dort aber mit unserer Kritik am Radewegekonzept nicht durchkommen, macht sich Unzufriedenheit breit." Als Beispiel führt sie die neue Verkehrsführung auf der Krischerstraße an: Da es keinen Radweg mehr gebe, führen all kreuz und quer; einige, die sich auf der Straße unsicher fühlten, nutzten einfach den Gehweg - und zwar in beiden Richtungen. "Da herrscht nur noch Chaos", sagt die 68-Jährige. Keine herrschende Meinung unter den Senioren sei indes der im vergangenen Jahr diskutierte Vorwurf des BAB-Vorsitzenden, der Bürgermeister vernachlässige über seine Fokussierung auf Kinder die Älteren. "Lob und Kritik halten sich in etwa die Waage", so Klomp.

Der Verlust des Krankenhauses löse aber "immer noch große Traurigkeit" aus, sagt Klomp. Gerade nachts fühlten sich viele ältere Menschen daher unsicher. Angesichts der zuletzt sehr schwachen Betten-Belegung der Klinik frage sie sich allerdings auch, ob diejenigen, die jetzt trauern, auch damals als Patienten treu zu dem Haus gestanden haben, so Klomp. Zwiespältig ist sie bezüglich der Schließung der Notfallpraxis Ende Januar. "Zumindest wird sich keiner mehr mit einem Schnupfen extra nach Düsseldorf begeben." Noch ungelöst sei das Problem altersgerechten Wohnraums: Zwar würden inzwischen barrierefreie Wohnungen gebaut, aber die seien viel zu teuer. "Viele ältere Menschen würden gerne in kleinere Wohnungen umziehen, das geht aber nicht, wenn die kleine Einheit genau so viel kostet wie das Einfamilienhaus, das mal als Altersvorsorge gedacht war."

Quelle: RP
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