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Langenfeld
Seniorenzentrum feiert Richtfest

Langenfeld. Sieben Monate nach Baubeginn steht der Rohbau der 114 Pflegeappartements. Rund 70 Prozent sind bereits verkauft. Von Kathrin Bochnia

Noch liegen Schläuche und Kabel auf dem Boden, doch im Rohbau ist das neue Seniorenzentrum fertig. Im Herbst 2017 will die Pro Urban GmbH das Gebäude mit 114 Pflegeappartements eröffnen, sagte deren Vertriebschef Klaus Hiekmann gestern beim Richtfest zwischen Blumen- und Düsseldorfer Straße. In dem mit rund zwölf Millionen Euro veranschlagten Bauwerk werden auch zwölf Plätze in der Tagespflege sowie ein Café entstehen. Hiekmann: "Wir hoffen, dass viele Langenfelder dieses Café nutzen und den Bewohnern zeigen, dass sie nicht abgeschottet sind."

Vier Monate nach der Grundsteinlegung tauschten sich Investoren, Betreiber und Stadtoffizielle mit der Grillwurst in der Hand aus und stießen auf den guten Fortgang an. Knapp 75 Prozent der 114 Pflegeappartements, alles Einzelzimmer, sind laut Hiekmann bereits an Kapitalanleger verkauft, darunter viele aus der Region. Die Käufer sehen ihre Zukunft zumeist selbst über kurz oder lang in dem Seniorenzentrum.

Die Lage in dem neuen Stadtviertel mit dem nächste Woche eröffnenden Rewe-Supermarkt und etlichen weiteren Einkaufsmöglichkeiten ist ein großer Vorteil. "Auch architektonisch können wir mit diesem Bau einen Akzent setzen", sagt Hiekmann. Er füge sich sehr gut in das moderne neu entstehende Gebiet ums Gartencenter Berghausener Blumentopf ein. Das öffentlich zugängliche Café solle Bewohner, Besucher und Nachbarn zusammenbringen. Weil die Suche nach qualifizierten Pflegekräften nicht einfach sei, gehört zu dem Projekt ein Betriebskindergarten für bis zu zwölf Mädchen und Jungen unter drei Jahren. So kommen Jung und Alt in Kontakt und können generationsübergreifend voneinander lernen. Bürgermeister Frank Schneider lobte das Projekt. Pflegeappartements und gemeinsame Wohngruppen ermöglichten Eigenständigkeit und förderten zugleich menschliche Kontakte. "So kann der Einsamkeit im Alter vorgebeugt werden. Das Projekt hier vor Ort ist schon eine Hausnummer." Die Zusammenarbeit mit Pro Urban laufe aus städtischer Sicht unkomplizierte und hochprofessionell, das Konzept des Betreibers Pro Talis habe ihn und die städtische Erste Beigeordnete Marion Prell überzeugt. Der Bedarf an Pflegeplätzen sei aktuell und in naher Zukunft riesengroß, derzeit seien etwa 3000 Langenfelder 80 Jahre und älter.

"Bei einer anzunehmenden Pflegequote von 18 Prozent ergäbe sich im Stadtgebiet ein Bedarf von 536 vollstationären Plätzen", erläutert Prell. Durch das neue Seniorenzentrum würden die vorhandenen Plätze auf knapp 470 aufgestockt. Durch zwölf weitere Tagespflegeplätze sollen zudem pflegende Angehörige unter der Woche entlastet werden. "In der Einrichtung werden alle Menschen Platz finden." Zum einen wird es eine betreute Wohngruppe für zehn jüngere Pflegefälle geben, "die etwa einen Schlaganfall erlitten haben oder verunglückt sind". Zudem sei eine betreute Wohngruppe für Demenzkranke geplant. Auch Hartz-IV-Bezieher könnten in dem Heim ein neues Zuhause finden. Die Einrichtung sei von den Pflegekassen anerkannt, die "bei vorliegender Pflegestufe einen Großteil der Kosten tragen."

Anfragen von Pflegebedürftigen liegen laut Vertriebsmitarbeiterin Edwina Holtermann bereits vor. "Das Interesse der Langenfelder ist groß. Viele informieren sich, wie unser Konzept aussieht."

Quelle: RP
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