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Monheim
Sie machen Flüchtlingen eine Freude

Monheim. Die Gruppe "Monheim hilft mit Herz" organisiert über Facebook Spendenaktionen für Asylbewerber in der Diem-Halle. Von Dorian Audersch

Angefangen hat alles mit einer spontanen Idee. Kurz vor dem Einschlafen denkt Torsten Ruppelt darüber nach, wie man den rund 150 Flüchtlingen in der Lieselott-Diem-Sporthalle helfen kann. Quasi über Nacht hatte die Stadt dort eine provisorische Unterkunft schaffen müssen - als Erstaufnahmelager. Es war mitten im Hochsommer und die Temperaturen lagen weit jenseits der 30-Grad-Marke. "Ich habe mir gedacht, dass es schön wäre, wenn man den Leuten ein Eis ausgeben könnte", meint Ruppelt.

Also startet er einen Aufruf in der Facebook-Gruppe "Monheimer Urgesteine". Binnen zwei Stunden erhält er unzählige Rückmeldungen von den rund 5600 Mitgliedern. "Viele fanden die Idee toll und wollten dabei helfen", freut sich der 45-Jährige. Ein paar E-Mails und Telefonate mit der Stadt später sind die Formalitäten geklärt und die Genehmigungen eingeholt.

In Zusammenarbeit mit dem Eiscafé "Al Faro" am Ernst-Reuter-Platz konnte die Idee realisiert werden. Inhaber Calogero Profeta fährt mit seinem Eiswagen nach Baumberg und es gibt Eis für alle. Insgesamt 270 Kugeln gehen bei der Aktion über die Theke. "Wir hatten zudem innerhalb von vier Tagen mehr als 800 Euro an Spenden gesammelt", meint Ruppelt. Weil von dem Geld noch etwas übrig bleibt und sich ein fester Kern in der Gruppe entwickelt, beschließt die Gruppe, weitere Aktionen anzuleiern. Ein weiterer Aufruf folgt. Diesmal geht es um Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele, damit die Flüchtlinge einen Zeitvertreib haben - vor allem mit Blick auf die Kinder. Auch ein paar Kuscheltiere und Spielzeugautos sind dabei. Kistenweise haben Ruppelt und seine Mitstreiter die Spenden zum Deutschen Roten Kreuz (DRK) gebracht.

"Wir wollen den Menschen eine Freude machen", sagt Astrid Schröder-Kopel, die sich ebenfalls für die Flüchtlinge engagiert. In den Medien sehe und höre man zu viel über rechtspopulistische Hetzereien und fremdenfeindliche Ausschreitungen in Freital, Heidenau, Tröglitz und anderen deutschen Städten. Es sei nicht fair, dass die Schreihälse die Debatte bestimmen wollten.

"Leider geht oft unter, dass es auch sehr viel Hilfsbereitschaft und Engagement gibt", meint Schröder-Kopel. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Helfer nicht das Rampenlicht suchen und ihre Arbeit eher still verrichten. Die nächste Aktion ist bereits in Planung. Diesmal geht es um Hygieneartikel wie Rasierschaum, Windeln, Zahnpasta oder Deodorant.

An verschiedenen Stationen im Stadtgebiet sind Sammelboxen aufgestellt, die freiwillig mit entsprechenden Artikeln gefüllt werden können - zum Beispiel in der Aesculab-Apotheke am Ernst-Reuter-Platz, im Rathauscenter bei "Kunst und Kreativ", in der Stadtbücherei an der Tempelhofer Straße oder auch bei Edeka Hövener im Monheimer Tor.

"Aus den Spenden wollen wir Pakete für die erste Ausstattung zusammenstellen, die den Flüchtlingen bei ihrer Ankunft überreicht werden", sagt Peter Kreuer, ebenfalls Teil der Gruppe. "Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, zu helfen. Daher auch der Name der Gruppe."

Quelle: RP
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