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Diamanthochzeit Katharina Stenglein
"Sind immer füreinander da" "Wölfe auf keinen Fall füttern"

Diamanthochzeit Katharina Stenglein: "Sind immer füreinander da" "Wölfe auf keinen Fall füttern"
Dorothea und Adolf Breinbauer sind seit 60 Jahren verheiratet. Über die Feier haben sich Beide sehr gefreut. FOTO: Staschik
Langenfeld. Unter normalen Umständen hätte sich das Paar, das jetzt Diamanthochzeit feierte, gar nicht kennengelernt. Dorothea wurde nämlich in Schlesien geboren und Adolf Breinbauer in Niederbayern. Es war der Zweite Weltkrieg, der dafür sorgte, dass Dorothea nach Bayern flüchten musste. "Ich bin dann dort zur Schule gegangen", sagt die 77-Jährige. Kennengelernt hatten sie sich auf der Kirmes. "Ich habe ihn gefragt, was er macht und er hat erzählt, dass er ausgelernter Geselle ist, aber in Passau keine Anstellung bekommt.

" Gelernt hat Adolf Breinbauer Schuhmacher. "Ich war ja noch so jung, gerade erst mit der Schule fertig", erzählt Dorothea. "Ich hatte ein bisschen Bammel, einen Freund zu haben." Also beschlossen die beiden, erst einmal eine Brieffreundschaft zu pflegen. Doch lange blieb es nicht dabei. An Weihnachten war es dann soweit, dass Besuche bei der Familie gemacht wurden. Da Dorothea in Bayern keine Stelle bekam, zog das Paar nach Düsseldorf, wo Verwandte lebten.

"Es war nicht leicht", gibt sie zu. "Damals herrschte ja Wohnungsnot. Die haben jeden Hasenstall vermietet." Damit Adolf und Dorothea überhaupt zusammen sein durften, mussten sie heiraten. "Wir waren ja noch sehr jung", erklärt sie, "und brauchten die Einwilligung der Eltern." Auch das Leben hat es nicht immer leicht gemeint. Adolf arbeitete damals bei einer Brauerei. "Das hieß, mitten in der Nacht aufstehen und dann mit dem Lastwagen fahren", sagt Dorothea, die ihm in dieser Zeit den Rücken frei gehalten hat.

"Alles Wichtige haben wir am Wochenende besprochen." Er habe sich immer auf sie verlassen können und sie immer auf ihn. "Wir haben uns etwas aufgebaut." Seit 42 Jahren lebt das Ehepaar Breinbauer nun in Monheim. "Wir waren immer füreinander da", betont sie. "Und sind es heute noch." Heute ist Adolf Breinbauer 82 Jahre alt und schwer demenzkrank. Dennoch hat er die Feier, die zur Diamanthochzeit gegeben wurde, miterlebt. Auch die jüngste Nichte war dabei.

"Sie haben sie zu ihm ins Pflegebett gelegt und er hat gelacht", erzählt Dorothea gerührt und freut sich über gemeinsame Augenblicke. grue

In Rösrath und Gummersbach wurden zwei einzelne Wölfe nachgewiesen. Katharina Stenglein vom Naturschutzbund (Nabu) berichtet heute in Leverkusen von der "Rückkehr der Wölfe". Sie ist Luchs- und Wolfsberaterin des Landes NRW.

Obwohl die meisten Deutschen noch keinen Wolf in freier Wildbahn gesehen haben, haben viele Angst vor ihm. Ist das gerechtfertigt?

Stenglein Ängste kann man oft nicht begründen. Klar ist, dass der Wolf ein Tier ist, das wir hier nicht mehr gewöhnt sind. Und es kommt mit den heutigen Lebensbedingungen sogar gut zurecht. Wölfe nutzen zum Beispiel die menschlichen Wege, weil es für sie praktischer und energiesparender ist, als durchs Unterholz zu laufen. Der normale Wochenendspaziergänger im Wald wird aber wohl in der Regel keinen Wolf zu Gesicht bekommen.

Gibt es hier in der Region Wölfe?

Stenglein Im Mai wurde ein Wolf in Gummersbach gesichtet und gefilmt. Letztes Jahr ist einer in Rösrath aufgetaucht, der aber wieder nach Niedersachsen (in die Nähe von Cuxhaven) zurückgekehrt ist, weil er hier keine Partnerin gefunden hatte. In Nordrhein-Westfalen gibt es während der Wolfswanderzeiten nur wenige Einzeltiere, da fällt die Partnersuche schwer.

Wo leben die meisten Wölfe?

Stenglein In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und auch in Bayern. Deutschlandweit soll es Hochrechnungen zufolge etwa 500 Wölfe geben, die in rund 50 Rudeln und als Paare sowie einzeln leben. In NRW dagegen wurde in diesem Jahr bislang sieben Mal ein Wolf gesichtet. Dabei handelte es sich vermutlich um drei verschiedene Tiere.

Aus wie vielen Tieren besteht ein Rudel?

STenglein Im Prinzip ist das Wolfsrudel mit einer menschlichen Familie vergleichbar. Es besteht aus den Elterntieren - die sich übrigens nach Möglichkeit ein Leben lang treu sind - und ihren ein bis zwei Jahre alten Jungen, den sogenannten Jährlingen, sowie den Welpen, die immer im April/Mai geboren werden. In der Regel sind es fünf bis acht Tiere.

In Griechenland soll eine englische Touristin von einem Wolfsrudel zerfleischt worden sein. Wie gefährlich sind Wölfe für Menschen?

Stenglein Es gibt dazu eine europaweite Studie namens "Nina". Demnach sind seit den 1950er-Jahren in der EU neun Fälle bekannt, in denen Menschen durch Wölfe getötet wurden. In fünf Fällen davon waren die Tiere tollwütig, in den anderen vier Fällen waren sie durch Menschen angefüttert worden und hatten so die natürliche Distanz zum Menschen verloren. Bei dem Fall in Griechenland müssen wir erst die Ermittlungsergebnisse abwarten. Die letzten Wölfe waren dort vor drei bis vier Jahren gesichtet worden. Wahrscheinlicher ist es nach Angaben der Verbände vor Ort, dass ein Rudel wilder Hunde die Frau angegriffen hat. Auch in Deutschland sterben ja jedes Jahr mehrere Menschen durch Hundeattacken. Wildschweine können ebenfalls tödlich sein.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man auf einen Wolf trifft?

Stenglein Man kann das Tier laut ansprechen oder in die Hände klatschen. Man kann sich aber auch ruhig zurückziehen. Man kann auch gerne ein Foto machen und es an den zuständigen Wolfsberater oder das Landesamt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) schicken, damit das Vorkommen dokumentiert ist. Wichtig ist, Wölfe nicht zu füttern und sie damit an den Menschen zu gewöhnen.

Wem wird der Wolf gefährlich?

Stenglein Unter anderem ungeschützten Weidetieren. Für die Landwirte und Tierhalter bedeutet die Rückkehr des Wolfes natürlich eine Umstellung und mehr Aufwand, weswegen sie die Rückkehr häufig skeptischer sehen. Sie brauchen dadurch möglicherweise andere Zäune und/oder zusätzliche Herdenschutzhunde.

Was passiert, wenn ein Wolf ein Schaf oder eine Ziege reißt?

Stenglein Zunächst einmal ist es natürlich sehr bitter für den Tierhalter. Abgesehen davon, dass wildernde Hunde immer wieder solche Schäden verursachen, ist es dennoch tragisch. Der Landwirt sollte sich dann an den für ihn zuständigen Luchs- und Wolfsberater wenden. Wir Berater begutachten das Rissbild, machen Fotos, nehmen möglicherweise DNA-Proben und schicken alles an das Landesamt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz. Die Fachleute analysieren das Ganze. Hat tatsächlich ein Wolf das Tier getötet, wird dem Landwirt der entstandene Schaden erstattet. Vorbeugende Maßnahmen wie spezielle Weidezäune werden dagegen bislang nur dann bezuschusst, wenn sich in der Region Wölfe fest angesiedelt haben. Solche territorialen Wölfe gibt es in NRW noch nicht.

Wie alt werden Wölfe im Durchschnitt?

STenglein Sie können im Zoo ungefähr 15 Jahre alt werden. In der freien Natur liegt die Lebenserwartung aber nur bei rund sieben Jahren.

SUSANNE GENATH FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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