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Marianne Radtke
"Smoothies mit Kräutern sind gesunde Unikate"

Langenfeld. Die Kräuterpädagogin gibt Tipps für eine leichte Sommerkost, die sich auch für Gartenpartys eignet und Abwechslung bietet.

Langenfeld Marianne Radtke hat schon als Kind von ihrer Oma viel über Kräuter gelernt. Die 61-Jährige wuchs auf einem Bauernhof auf und machte später eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Sie zeigt am Samstag um 15 und 18 Uhr, wie sommerliche Erfrischungsgetränke, Gemüse-Smoothies und Kräuterdips zubereitet werden. Weitere Kurse zu einem anderen Schwerpunkt sind am 15. August. Eine Anmeldung ist unter 02175 5757 oder kraeuter@natursteinhof-radtke.de möglich.

Für die Gartenparty freuen sich Gastgeber immer über neue Rezepte, die sich schnell umsetzen lassen. Welche Tipps geben Sie bei ihrem Seminar?

Radtke Ich reiche ein selbstgebackenes Brot und zeige beispielsweise, wie man mit frischen Kräutern Brotaufstriche zubereitet. Ich erkläre, wie sich Dips mit Wildkräutern, die wir zuvor auf unserer Wanderung gesehen und besprochen haben, verfeinern lassen. Diese Dips lassen sich in wenigen Minuten herstellen. Sie werden durch die Wildkräuter mit Mineralien und Vitaminen angereichert.

Welche Kräuter wachsen im Juli?

Radtke Wir sammeln Spitzwegerich, Giersch und Brennnesseln. Diese sind sehr vitaminreich. Ein Teil davon kommt in die Dips, Smoothies und in das Beereneis.

Wo sind Sie mit ihren Teilnehmern unterwegs?

Radtke Wir sammeln die Kräuter nicht in der Umgebung, weil wir uns mit dem Natursteinhof in einem Naturschutzgebiet befinden. Ich möchte meinen Besuchern die Kräuter dort aber zeigen. Wir sammeln sie dann bei uns auf dem Gelände. Wilde Kräuter kann man selber züchten.

Smoothies gelten seit einiger Zeit als gesunde Fitmacher. Welche Zutaten pürieren Sie?

Radtke Es gibt Gemüse- und Frucht-Smoothies. Unsere Verdauung ist heutzutage leider nicht mehr darauf ausgerichtet, reine Gemüsesäfte zu trinken. Ich zeige gemischte Smoothies aus rund 40 Prozent Grünanteil und ungefähr 60 Prozent Früchten. Das ist für den heutigen Geschmack von Vorteil. Heimische Wildkräuter werden dazu gegeben. In jedes Getränk können je nach Belieben andere Kräuter gemixt werden.

Können Sie mir dafür ein Beispiel nennen?

Radtke Sie können für einen grünen Smoothie die Blätter von Möhren nehmen oder den Gurkensamen und eine Banane sowie Spitzwegerichblätter. Statt Spitzwegerich sind aber auch Minze oder Radieschenblätter möglich. Man sollte das nehmen, was man gerade in der Küche hat und was persönlich schmeckt. So ergibt sich immer wieder ein anderes Getränk. Jeder Smoothie ist ein Unikat.

Warum sind die frischen Kräuter eine so gute Ergänzung?

Radtke Unsere wilden Kräuter, die wir am Wegesrand finden, haben sich seit 5000 Jahren kaum verändert. Die Gemüsepflanzen hingegen werden nach den Vorgaben der Industrie fast jährlich umgezüchtet. Unsere Möhren beispielsweise gleichen nicht mehr den wilden Pflanzen, die früher auf den Feldern wuchsen. Es sind komplett andere Pflanzen, auch wenn beide Arten identisch riechen. Unsere Sorten heute haben außerdem deutlich weniger Vitamine und Mineralien als die Ur-Sorten. Die Wildkräuterblättchen können diesen Mangel ausgleichen.

Sie beschäftigen sich bei Ihrem Seminar auch mit der Eiszubereitung.

.Radtke Ja. Ich möchte aber hier noch nicht verraten, wie es geht. Das zeige ich im Seminar. Man braucht dafür keine Eismaschine, nur einen Hochleistungsmixer. Übliche Haushaltsmixer können die Fasern leider nicht fein genug zerkleinern. Wir nehmen am Samstag Blaubeeren, Walderdbeeren und Himbeeren von unserer Hofernte; die Urform, das sind Walderdbeeren, sind übrigens eine der ältesten Früchte in unserer Nahrung.

PETRA CZYPEREK STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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