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Langenfeld/Hilden
So gehen Schulen mit ihren Namen um

Langenfeld/Hilden. Adenauer, Ustinov, Lindgren oder Hahn - viele Schulen haben berühmte Namensgeber. Aber was wissen Schüler über den jeweiligen Patron? Die RP hörte sich um. Von Dorian Audersch und Ilka Platzek

Sir Peter Ustinov ? Zu dem Namen fällt Stefanie Ehelebe sofort etwas ein. "Das war ein Schauspieler", sagt die 18-Jährige. "Er hat eine Stiftung gegründet und Bildungsprojekte auf der ganzen Welt finanziert." Unter anderem, sagt die angehende Abiturientin, gebe es eine Partnerschule in Afghanistan. "Mehr fällt mir nicht auf Anhieb ein."

Unter anderem gibt es vor dem Lehrerzimmer Schautafeln und Fotos, die ein bisschen über den Namenspatron verraten. Seit 2002 ist die Gesamtschule nach Peter Ustinov benannt. Zwei Jahre später verstarb der gebürtige Londoner. Allerdings war er vorab rund um die Namensgebung mehrmals in Monheim. Die Erinnerungen an die Begegnungen hängen gerahmt im Flur vor dem Lehrerzimmer.

Der stellvertretende Schulleiter Ralf Grießmann erinnert sich an die Zeiten, in denen aus der Gesamtschule Monheim die Peter-Ustinov-Gesamtschule wurde. Ausgangspunkt war die Initiative des damaligen Schulleiters Michael Schlemminger-Fichtler. "Es geht dabei nicht um das Wirken als Schauspieler, sondern um seine Rolle als Stifter", sagt Grießmann. Regelmäßig gebe es Projekte rund um den Namensgeber. Ustinov habe Bildungsprojekte auf der ganzen Welt angestoßen und realisiert.

"Ich kenne zwar keine Filme von ihm, aber ich weiß, dass er ein bekannter Schauspieler war", meint Dennis Walta. "Theater hat er glaube ich auch gespielt." In der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule sind die Schüler ebenfalls zumindest grob informiert, wer die Patronin der Schule ist. "Soweit ich weiß, war das eine Dichterin und Schriftstellerin", meint Anna Neureither. Zum Jahrestag der Namensgebung habe es verschiedene Projekte rund um Bettine von Arnim gegeben. Unter anderem war die Literatin auch eine Vorreiterin in Sachen Emanzipation der Frau. "Wir haben das im Unterricht besprochen, aber ich habe mir nicht alles gemerkt", sagt Philipp Verheyen, "aber wenn ich etwas über sie höre, fallen mir die anderen Sachen auch wieder ein."

Jede Schule führt eine Bezeichnung, die den Schulträger, die Schulform und die Schulstufe angibt. Bei Grundschulen und Hauptschulen ist auch die Schulart anzugeben. Bei der üblichen Benennung nach einer historischen Persönlichkeit muss ein Vorschlag kommen, der in der Schulkonferenz diskutiert wird. Der Schulausschuss beschließt in der Regel die Umbenennung. Bereits verstorben müssen die Namensgeber nicht unbedingt sein. Peter Ustinov lebte 2002 noch. Marie Meisel besucht die 11. Klasse des Dietrich-Bonhoeffer Gymnasiums in Hilden. Auf die Frage, wer Dietrich Bonhoeffer war, kommt ein zögerndes "ein Freiheitskämpfer". Dann fällt ihr doch noch etwas ein: "Er ist der Namensgeber unserer Schule, ein Widerstandskämpfer, der Ende des 2. Weltkriegs von den Nazis umgebracht wurde." Mehr weiß sie nicht. Offenbar wurde kaum über den evangelischen Pfarrer im Unterricht gesprochen. Marie erinnert sich daran, dass das "nur einmal kurz, in der 6. Klasse" war. Dann fällt ihr die "100-Jahr-Feier" ein und der Umstand, dass "von ihm ein Kopf in der Schule steht. Weiter nichts", glaubt sie.

Quelle: RP
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