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Analyse
So gut schwimmen Langenfelder Schüler

Langenfeld. Eigentlich sollten alle Kinder spätestens in der vierten Klasse mit dem "Seepferdchen" nachweisen, dass sie mindestens 25 Meter weit schwimmen können. Doch 26 von 444 Viertklässlern hatten dieses Abzeichen im Schuljahr 2015/16 nicht, zeigt eine Untersuchung. Von Stephan Meisel

Spätestens am Ende ihrer Grundschulzeit sollten Kinder schwimmen können. Das trifft in Langenfeld auf die meisten Mädchen und Jungen zu - aber nicht auf alle. "Von 444 Viertklässlern im Schuljahr 2015/16 hatten 26 kein Seepferdchen", sagt Carsten Lüdorf, Leiter des städtischen Schul-und Sportreferats. Auf eine Anfrage von SPD-Fraktionschef Sascha Steinfels hin legte Lüdorf jetzt im Sportausschuss den Stadtpolitikern Zahlen vor.

Was bedeutet das Seepferdchen? Dieses Abzeichen bescheinigt erste Schwimmkenntnisse. Um es zu bekommen, müssen die Kinder vom Beckenrand ins Wasser springen und 25 Meter weit schwimmen. Außerdem müssen sie einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser heraufholen. "Das Seepferdchen ist nur ein erster Schritt - mehr nicht", betont Lüdorf. Richtiges Schwimmvermögen über längere Strecken und Tieftauchen bescheinigten erst die Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold.

Wie erwerben Langenfelder Kinder das Seepferdchen? 393 der 444 Viertklässler hatten die genannten Anforderungen im Schulunterricht nachgewiesen, 25 taten dies außerhalb in einer Schwimmschule.

Gibt es Unterschiede zwischen den Grundschulen? Nur die Viertklässler der Paulus-, Christopherus- und der Wiescheider Grundschule hatten laut Lüdorf allesamt das Seepferdchen. In der Ausschusssitzung bejahte er die Frage von Wolfgang Mark (CDU), ob Schwimmunterricht flächendeckend an allen Langenfelder Grundschulen gesichert sei. "Im zweiten oder dritten Schuljahr." Für Nichtschwimmer aus der vierten Klasse stehe zudem gratis die Langenfelder Schwimmschule bereit. "Seit diesem Jahr existiert auch eine Gruppe für Flüchtlingskinder."

Gibt es Kinder, die während der Grundschulzeit nie am Schwimmunterricht teilnehmen? "Eigentlich sind die Grundschulen hierzu verpflichtet", beantwortete Lüdorf diese Frage der SPD. Doch die eingangs genannte Zahl von 26 Viertklässlern ohne Seepferdchen zeigt, dass nicht alle erreicht werden. "Die Gründe für eine Nicht-Teilnahme an der Schwimmschule sind schwer zu benennen", sagte Lüdorf im Sportausschuss, gab aber die üblicherweise zu hörenden Argumente weiter. "Manche Eltern sagen, dass sie keine Zeit haben, ihr Kind zum Schwimmunterricht zu fahren. Auch gibt es Kinder, die keinen Spaß an der Bewegung im Wasser finden. Und dann ist es einigen Kindern auch peinlich vor ihren Mitschülern, dass sie selber noch nicht schwimmen können - und sie setzen dann lieber aus."

Wie sind die Voraussetzungen im Hallen- und Freibad? Es sind in den letzten Jahren viele Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung geflossen, betonte Lüdorf. "Gerade das Hallenbad ist sehr gut für den Schwimmunterricht geeignet. Deswegen ist es kein Spaßbad."

Quelle: RP
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