| 00.00 Uhr

Langenfeld/Monheim
So halten es andere Städte mit dem Moscheebau

Langenfeld/Monheim: So halten es andere Städte mit dem Moscheebau
FOTO: Blazy Achim
Langenfeld/Monheim. Die Stadt Monheim will den Neubau zweier Moscheen mit insgesamt 900.000 Euro unterstützen. Dies ist zumindest in der Region ein Novum. So halten es Langenfeld, Hilden, Ratingen und Heiligenhaus.  Von Thomas Gutmann, Ralf Geraedts und Paul Köhnes

Zwei Grundstücke im Wert von insgesamt rund 900.000 Euro - dieses Geschenk will Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) den beiden muslimischen Gemeinden der Stadt am Rhein machen (die RP berichtete). Der Plan wirft hohe Wellen, Teile der Ratsopposition (CDU und SPD) haben bereits Kritik geübt. Mit der vorgesehenen Gratis-Überlassung von Bauland für den Moscheebau betritt Zimmermann weitgehend Neuland. Die RP fragte, wie andere Städte verfahren.

Langenfeld In der Posthorn-Stadt gibt es eine Moschee - die des Türkisch-Islamischen Kulturvereins an der Industriestraße in Immigrath. Wie der Straßenname andeutet, handelt es um ein altes Industriegebiet. In den 1970er Jahren waren hier noch mehr als 2000 Arbeiter in den später stillgelegten Röhrenwerken von Mannesmann beschäftigt. Inzwischen finden sich auf dem Areal Handel, Gewerbe, kleinteiligere Industrie und eben auch die Moschee.

In den Jahren 2003/04 ließ der Kulturverein, der dem unter staatlicher türkischer Aufsicht stehenden Dachverband Ditib angehört, ein ehemaliges Verwaltungsgebäude von Mannesmann zur heutigen Moschee mit Gemeindezentrum (aber ohne Minarett) umbauen. Den Kaufpreis für die Immobilie in Höhe von einer halben Million Euro finanzierte der Verein durch den Verkauf seines alten Betsaal-Grundstücks an der Hardt sowie durch einen Kredit. "Der Umbau wurde durch Geld- und Materialspenden und viel Eigenarbeit ermöglicht", erinnert sich der frühere Vereinsvorsitzende Yasar Palamir.

Geld aus dem Stadtsäckel habe es nicht gegeben, sagt Bürgermeister Frank Schneider, damals Referent seines Vorgängers Magnus Staehler (beide CDU). Das bedeute jedoch nicht, dass die Stadt den Moscheeverein nicht fallweise unterstützt: So habe es schon - wie für viele andere Vereine und Einrichtungen - Zuschüsse aus dem Gesellschaftsfonds oder für den Jugendraum der Gemeinde gegeben. "Zwischen Stadt und Kulturverein gibt es enge Kontakte", betont Schneider. Eine Grundstücksüberlassung à la Monheim käme für ihn aber nicht in Frage: "Wir haben als Stadt nichts zu verschenken, ganz egal welcher Verein konkret begünstigt würde."

Behilflich sei die Verwaltung jedoch in vielen Fällen. So auch bei der Vermittlung des ehemaligen Mannesmann-Gebäudes, nachdem sich ein älteres Vorhaben des Moscheevereins 2002 zerschlagen hatte. Damals stoppte die Bezirksregierung den geplanten Umbau des früheren Betsaals an der Hardt zu einem islamischen Gemeindezentrum. Grund: Düsseldorf sah in unmittelbarer Nachbarschaft zur A 3-Zufahrt Verkehrsprobleme bei größerem Besucherandrang.

Hilden In der Itterstadt sind die türkische und die marokkanische Moschee von den jeweiligen Moscheevereinen selbstständig errichtet und finanziert worden. "Die Stadt hat weder Mittel noch das Grundstück zur Verfügung gestellt", sagt Norbert Danscheidt, Erster Beigeordneter im Rathaus. Die Hildener Arrahman-Moschee der Marokkaner wird vom Monheimer Bürgermeister als Vorbild für die geplanten Objekte in seiner Stadt angepriesen. Eröffnet wurde der Neubau an der Telleringstraße 2013. Er zeichnet sich durch ein pfeilerartiges Minarett auf quadratischem Grundriss aus, das sich nach oben hin stufenweise verschlankt. Der Gebetsraum mit einem Grundriss aus einem Viereck und einem Sechseck sowie die Außenfassade aus in Streifen angeordnetem, weißen und hellgrauem Kalksandstein wirken im Kontrast zum Backstein der benachbarten Industriebauten modern. Glänzender Steinzeugboden und Edelstahlgeländer setzen im Innenbereich die moderne Linie fort.

Ratingen Die Ratinger Ditib-Moschee setzt seit vielen Jahren auf Dialog. Regelmäßig gibt sie Interessenten Enblicke in ihre religiöse, soziale und kulturelle Gemeindearbeit. Zu einem Traditionstermin hat sich das gemeinsame Fastenbrechen entwickelt. Ihr Gemeindezentrum hat der Moscheeverein nach eigenen Angaben selbst finanziert.

Heiligenhaus Das gilt auch für die Ditib-Moschee in Heiligenhaus. Zwei islamische Gemeinden gibt es am Ort, eine marokkanische und eine türkische.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld/Monheim: So halten es andere Städte mit dem Moscheebau


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.