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Weihnachts-Wissen (14)
So kam es zu Metten-Würsten

Langenfeld. Rituale und Bräuche sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Doch woher kommen Apfel, Nuss und Mandelkern? Experte Manfred Becker-Huberti erklärt, was es damit auf sich hat.

Wenn man die Menschen bei uns fragt, was sie an Heilig Abend zu Mittag essen, werden viele verlegen: Man esse gar nicht zu Mittag - sagen die einen; die anderen rücken nach einigem Zögern damit heraus, bei ihnen gebe es an diesem Tag Kartoffelsalat mit Würstchen. Und dies hat eine Geschichte. Der Advent war einmal Fastenzeit und der 24. Dezember als Gedenktag für Adam und Eva war nicht nur ein Fasten-, sondern auch ein Abstinenztag, an dem kein Fleisch gegessen werden durfte. Am Mittag des 24. gab es deshalb früher nur einen fleischlosen Imbiss. Aber rheinische Christen neigen zu einer gewissen Pfiffigkeit. Wenn sie am 24. abends zur Mette gingen, durfte die fußlahme Oma zu Hause bleiben. Ihr wurde eingeschärft, wenn sie zum Ende der Mette noch einmal die Glocken läuten hört, einen großen Topf mit Wasser auf dem Herd zu erhitzen. Gegen ein "Handgeld" war es den Leuten gelungen, den Küster zu überzeugen, er müsse nach der Mette noch einmal läuten.

Und die Oma zu Hause brachte das Wasser zum Sieden. Wenn die Schar der Frommen in Sichtweite war, plumpsten die Würstchen in das heiße Wasser und waren gerade richtig als Fastenbrecher, wenn die Kirchgänger in die Küche kamen. Würstchen waren die erste Fleischspeise nach dem Adventfasten. Und weil sie nach der Mette anstanden, hießen sie "Mettenwürstchen", nicht zu verwechseln mit einem Mettwürstchen.

Quelle: RP
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