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Langenfeld/Monheim
So prüft der ADAC das Auto vor dem Herbst

Langenfeld/Monheim. Lichtmaschine? Frostschutz? Batterie? Ein Check ist beim ADAC in Langenfeld möglich. Ab Freitag steht der Prüfcontainer in Monheim. Von Thomas Gutmann

Ausgerechnet wenn seine Kinder nicht mitfahren, wird sein Auto zur Rappelkiste. "Merkwürdig, oder?", sagt Ingo Zipter. Auf dem Parkplatz vorm Gartencenter Dehner unweit des Langenfelder S-Bahnhofs steht sein blauer VW Golf Variant an diesem vernieselten Vormittag in dem gelben Prüfcontainer des ADAC. Wegen des Rappelgeräuschs bei leerer Rückbank lässt der 55-Jährige den zehn Jahre alten Kombi untersuchen. Von den sieben Checks, die zur Auswahl stehen, hat er sich für den Brems- und den Stoßdämpfertest entschieden. "Vielleicht hat es ja damit zu tun", sagt der Leverkusener.

Noch bis Donnerstag steht der Prüfcontainer bei Dehner, dann zieht er um an den Hellweg-Baumarkt in Monheim. Bis nächsten Dienstag dürften Kfz-Meister Wilfried Martini und sein Kollege Thomas Hartmann mindestens 200 Autos getestet haben. "Das geht meist am laufenden Band", sagt Martini: "Ist das eine Auto durch, fahren wir das nächste rein." Der Check selbst - von je zwei Funktionen - dauert kaum zehn Minuten. "Inklusive Fragen sind es vielleicht ein paar Minuten mehr", meint der 51-Jährige. Da es aber keine Voranmeldungen gebe, könnten sich schon mal Wartezeiten von bis zur einer dreiviertel Stunde ergeben.

Wenn es auf den Herbst/Winter zugeht, werden Checks wie der des Frostschutzsystems oder der Lichtmaschine immer gefragter. "Den Frostschutzmittelgehalt prüfen wir mit einer Spindel. Seine Wirkung sollte bis mindestens minus 30 Grad gehen", erklärt Martini. Beim Licht könne ein leistungsschwacher Generator auf die Batterie schlagen. "Den eigentlichen Lichttest gibt es dann in einer neuen Prüfcontainer-Runde ab Oktober."

Die Motive, weshalb Autofahrer das für ADAC-Mitglieder kostenlose Prüfangebot wahrnehmen, sind unterschiedlich. Ulrich Sparka etwa, der bei Dehner mit seinem silberfarbenen VW Fox vorgefahren ist, will die Profiltiefe der Reifen überprüfen lassen. "Ich fahre zwar wenig, aber dafür seit neun Jahren mit denselben Allwetter-Reifen", sagt der 82-jährige Berghausener. Vera Feldhaus wiederum muss mit ihrem 14 Jahre alten VW Polo spätestens im Oktober zum Tüv. Das laute Geräusch, das vermutlich vom Auspuffrohr ihres Autos stammt, können die ADAC-Männer zwar nicht beheben ("Dafür ist die Werkstatt da"), doch bevor die 60-Jährige ihren Wagen zur Reparatur bringt, will sie zumindest weitere Defekte ausgeschlossen haben. "Denn oft heißt es in der Werkstatt: Dies und das müssen wir auch noch machen. Das kann ich dann glauben oder nicht."

Die "Rappelkiste" von Ingo Zipter hat ihre Tests inzwischen hinter sich: Auf einer gelben Rüttelplatte wurden die Stoßdämpfer geprüft, auf roten Walzen, die aussehen, als kämen sie aus einer riesigen Spieluhr, die Bremskräfte. "Alles bestens", sagt Meister Martini und überreicht Zipter die Prüfprotokolle. Alles bestens, das ist der Normalfall. "Den Abschleppwagen musste ich erst einmal rufen", erzählt Martinis Kollege Hartmann: "Das war in Remscheid. Da waren die Bremsen derart schwach, dass Weiterfahren lebensgefährlich gewesen wäre." Ingo Zipter will nun weiter nach der Ursache des Rappelns fahnden und - selbst ist der Mann - dafür zu Hause das linke Hinterrad abmontieren.

Quelle: RP
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