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Monheim
So schön soll Baumbergs Hauptstraße werden

Monheim: So schön soll Baumbergs Hauptstraße werden
Die Kreuzung Haupt-/Thomas-/Schwanenstraße im Vorher-nachher-Vergleich. FOTO: Repro; MWM
Monheim. Noch in diesem Jahr soll die Umgestaltung starten. Geplant ist beigefarbenes Pflaster, das den dörflichen Charakter der Einkaufs- und Durchgangsstraße unterstreicht. Wo im Winter geparkt wird, wäre im Sommer Platz für Außengastronomie. Von Thomas Gutmann

Christian Weiffen erlebte nach einem längeren USA-Aufenthalt einen kleinen Baumberg-Schock. Der Ortsteil erschien ihm plötzlich wie ein hässliches Eifel-Dorf. Graue Hauptstraße, Imbisse, spießige Häuser. "Baumberg kam mir sehr piefig vor", erzählte der 37-Jährige in einer der letzten Sitzungen des städtischen Planungsausschusses.

Doch das Bekenntnis fiel dem Peto-Vertreter leicht, denn die Besserung hatte er da bereits vor Augen: Powerpoint-Entwürfe, die ein Baumberg mit gefälligem Pflaster, modernem Stadtmobiliar und ansprechender Außengastronomie zeigen. "Es wird kein Hollywood-Boulevard werden, aber es wird das Optimum herausgeholt", freut sich Weiffen. Gemeint ist die Hauptstraße, die für rund zwei Million Euro umgestaltet wird. Der Entwurf der Planungsgruppe MWM (Aachen) fand in Ausschuss und Stadtrat nahezu einhellig Zustimmung.

Nach dem Entwurf der Planungsgruppe MWM soll vor der Bäckerei Busch und auf der Straßenseite gegenüber Platz für Außengastronomie entstehen. FOTO: Planungsgruppe MWM

"Der Plan befindet sich zurzeit in der Abstimmungsphase mit dem Landesbetrieb Straßen", sagt Thomas Waters, Stadtplanungschef im Rathaus. Der Umbaubeginn ist noch für dieses Jahr vorgesehen, die Fertigstellung für Winter 2016/17 geplant. "In den nächsten Monaten wird es zu den Plänen noch einen Info-Abend im Bürgerhaus geben", sagt Waters. Und dies sind die wichtigsten Gestaltungsvorschläge, die der beauftragte Planer Jan Siebenmorgen (MWM) machte:

Gesamtheitlicher Eindruck Wie bei heutigen Einkaufsstraßengestaltungen üblich, soll die Abgrenzung zwischen Fahr- und Laufwegen optisch stark abgemildert werden. Die Fahrbahn erhält eine wie aufgestreut wirkende körnige Oberfläche, die Bürgersteige werden mit butterbrotdosengroßen Betonsteinen gepflastert. Erdfarben dominieren, hinzu kommen Grautöne.

Betonung des Radverkehrs Anders als die Autofahrer, dürfen die Radler auf der gesamten Hauptstraße in Richtung Kirche radeln. Ihre Fahrspur soll durch Markierungen betont werden, besonders an der Kreuzung Thomas-/Schwanenstraße. Vor der Kurve an der Kirche bleibt die separate Verkehrsführung für die Radler, wird aber auch dort noch zusätzlich hervorgehoben.

Außengastronomie Zusätzlichen Platz für Tische und Stühle bieten Flächen, die im Winter als Parkraum genutzten werden. Laut Bauingenieur Siebenmorgen fallen dadurch vier Regelstellplätze von insgesamt 50 weg. Etwas kompensieren könnten aber zwei Plätze für kurzes Parken, etwa für einen Sprung hinein zum Bäcker.

Barrierefreiheit Für die barrierefreie Erreichbarkeit der Ladenlokale haben laut Siebenmorgen 14 von 18 Eigentümern ihr Einverständnis für einen Umbau erteilt. Umgestaltet werden auch Bushaltestellen, damit sie von Niederflurbussen angefahren werden können.

Straßenmobiliar Neben einem Baum mit Rundbank vor der Raiffeisenbank als Treffpunkt sind steinerne Sitzwürfel vorgesehen, Bänke aus Metall/Holz und quaderförmige Pflanzenkübel in Steinoptik. Ein Hotspot für den kabellosen Zugang ins Internet ist ebenfalls geplant.

Beleuchtung Die vorgestellten Straßenlaternen sehen aus, als würden leuchtende Eistüten auf Rundmasten balancieren. Zumindest CDU-Ratsfraktionschef Markus Gronauer erscheint das zu apart - er meldete seinerzeit im Ausschuss Diskussionsbedarf an. Werner Goller (SPD) warnte vor zu viel Euphorie angesichts eines "schönen Nachtgesichts", von dem Planer Siebenmorgen sprach: Zu viel nächtliche Beleuchtung von Stadtmobiliar, Bäumen und Häusern könne auch in "Lichtverschmutzung" ausarten.

Ein Diskussionspunkt war außerdem die stark abgerundete Ecke vor der Raiffeisenbank: Die abbiegenden Linienbusse bräuchten den Raum, um nicht in den Gegenverkehr zu schwenken, verteidigte Siebenmorgen die "Schleppkurve". CDU-Mann Gronauer wünscht sich dort hingegen mehr Platz für Passanten.

Quelle: RP
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