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Langenfeld
So setzt man den tierischen Liebling ins Bild

Langenfeld. Antje Hachmann gibt Tipps für das perfekte Bild. Leider sind Tiere nicht gerade geduldige Fotomodelle. Von Andrea Bindmann

Gut ein Dutzend Teilnehmer harrt ungeduldig der Dinge, die es im Freiherr-vom-Stein-Haus bei einem Workshop zu erfahren gibt. Ihre Motive sind unterschiedlich. Detlef ist gerne in der Natur unterwegs; Sylvia möchte ihre Hunde ablichten; Barbara ist blutige Anfängerin und möchte die ersten Schritte der Tierfotografie erlernen; Erika hofft auch Tricks, um Tiere in der Bewegung einfangen zu können.

"Wir züchten Havaneser", verrät Daniela Engelhardt aus Solingen. "Bisher haben wir bei jedem Wurf immer Fotografen kommen lassen, um die Kleinen für unsere Homepage in Szene zu setzen. Das wollen wir jetzt selber machen." Doch so wie ihr geht es auch vielen anderen Teilnehmern des Kurses. Das Motiv ist niedlich aber ständig in Bewegung und bevor die Kamera rausgekramt und eingestellt ist, ist alles vorbei. Ein gelungenes Foto ist eher Zufall als zuverlässige Planung.

Tierfotografin Antje Hachmann kennt das aus eigener Erfahrung. Elementar für ein gutes Tierbild ist "Licht, Licht, Licht. Das Licht muss so fallen, dass die Bewegung gut eingefangen werden kann. Ohne Lichtreflexe in den Augen sehen Tiere tot aus." Aber: "Welpen oder Jungtiere dürfen natürlich nicht mit leistungsstarken Scheinwerfern angestrahlt werden. Lieber Taschenlampen oder Reflektoren verwenden." Und: "Die Tiere dürfen keine Angst haben. Deshalb ist es ratsam, Hunde oder Katzen vorher an das Hilfsmittel zu gewöhnen."

Doch das hört sich einfacher an, als es ist. Der ein oder andere Teilnehmer hat sein Handwerkszeug mitgebracht und Antje Hachmann berät zur richtigen Einstellung. Licht und der kompetente Umgang mit der eigenen Kamera sind aber nur die halbe Miete: "Wichtig ist es, die Tiere vorher gut zu beobachten, damit man die Bewegung einschätzen kann", verrät sie den Teilnehmern. Klug sei es auch, sich vorher mit artspezifischen Merkmalen und mit dem Charakter des Tieres zu beschäftigen. "Jedes Tier hat etwas, das seine Aufmerksamkeit fesselt - manchmal sind es Leckerchen, manchmal Geräusche. Das fordert Geduld. In der Natur oder in den eigenen vier Wänden - Tiere spüren es, wenn man genervt ist. Dann lieber abbrechen und einen neuen Anlauf nehmen."

Auch mit der Geduld von Hund Pocket ist es langsam vorbei. Frauchen Mandy Weitfeld kann gar nicht mehr so viele Leckerlies aus der Jackentasche zaubern, um Pocket von zwei mitgebrachten Frettchen abzulenken. Denn nun wird es Zeit für die Teilnehmer, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Pocket wird zum Star des Workshops und lässt sich geduldig ablichten. Die Welt ist wieder in Ordnung.

Die Ausstellung "A Pristine Vision" mit Arbeiten von Jim Brandenburg ist bis 3. Januar im Freiherr-vom-Stein-Haus zu sehen.

Quelle: RP
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