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Kreis Mettmann
So viele Jobs wie noch nie im Kreisgebiet

Kreis Mettmann: So viele Jobs wie noch nie im Kreisgebiet
Agenturchef Marcus Kowalczyk und Jobcenter-Chefin Martina Würker freuen sich über gute Arbeitsmarktdaten. FOTO: Janicki, Dietrich (jd-)
Kreis Mettmann. Der Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann hat sich im Jahr 2015 erfreulich entwickelt: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hat in den zehn Städten des Kreises ein Allzeithoch erreicht. Von Oliver Wiegand

Wollen wir Marcus Kowalczyk mal einen Gefallen tun? "Über das Thema Unterbeschäftigung wird in der Zeitung so gut wie nie berichtet", sagte der Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mettmann gestern bei der Jahrespressekonferenz.

Also: Unter Unterbeschäftigung versteht man eine Gruppe von Personen, die eigentlich arbeitslos sind aber etwa Weiterbildungen, Kurse oder Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagentur besuchen. Sie werden in der Statistik nicht als Arbeitslose geführt. Die gesamte Unterbeschäftigung ist im vorigen Jahr um 2,7 Prozent gesunken. Die Unterbeschäftigung bleibt dennoch eine nicht zu unterschätzende Größe. Ende Dezember gab es in den zehn Städten des Kreises Mettmann 16.498 Arbeitslose. Dem stehen 20.566 Unterbeschäftigte gegenüber.

Die aktuellen Arbeitslosenquoten im Städte- und Vorjahresvergleich: Langenfeld steht am günstigsten da, die Monheimer Quote ist gegenüber Ende 2014 am deutlichsten gesunken. FOTO: BA; Archivfoto: jd

Grund zur Freude hat Kowalczyk aber schon. Die Beschäftigung war im Jahr 2015 auf Allzeithoch Der Arbeitsmarkt im Kreis Mettmann habe sich erfreulich entwickelt: Die Anzahl der Beschäftigten hat im Kreisgebiet ein Allzeithoch erreicht. Die Arbeitslosenquote ist auf 6,4 Prozent gefallen.

Mit 177.122 Frauen und Männern waren noch nie so viele Menschen im Kreisgebiet sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie 2015. Kowalczyk geht davon aus, dass sich dieser Trend in diesem Jahr bestätigt. Die voranschreitende Überalterung der Bevölkerung lasse einen "anhaltenden Bedarf an Fachkräften" bei den Arbeitgebern erwarten: "In diesem Jahr werden über 2000 Beschäftigte das 65. Lebensjahr erreichen. 2017 sind es bereits rund 2700. Die aus dem Berufsleben ausscheidenden Fachkräfte müssen ersetzt werden: "Das ist vor allem für junge und gut ausgebildete Menschen ein positives Signal. Sie werden dringend gebraucht", zeigt sich der Chef der Arbeitsagentur überzeugt.

Entwicklung der Beschäftigtenzahl seit 2007: Der Bezirk Langenfeld (mit Monheim) hat am stärksten zugelegt. FOTO: Gutmann, Thomas

Die gute Entwicklung bei den Beschäftigten beruht auf Anstiegen bei den Vollzeit- als auch bei den Teilzeitarbeitsplätzen. Von 2010 bis 2015 nahm die Zahl der Vollzeitstellen um 1323 zu. Derzeit gibt es 138.242 Vollzeit-Arbeitsplätze im Kreisgebiet. Die Zahl der Teilzeitstellen wuchs im gleichen Zeitraum um 36 Prozent von 28.518 auf jetzt 38.687. Die Beliebtheit von Teilzeit drückt zwei Trends aus", erklärt Kowalczyk: "Immer mehr Menschen verkürzen ihre Wochenarbeitszeit. Wer nur 35 statt 39 Stunden arbeitet, arbeitet in Teilzeit. Es gebe auch immer mehr Menschen, für die eine Stelle in Teilzeit keine Reduktion, sondern ihren Start in den Arbeitsmarkt bedeutet. Ganz häufig sind das Frauen, denen Arbeitgeber die Möglichkeit geben, auf diese Weise Familie und Beruf gut vereinbaren. Die Anzahl berufstätiger Frauen hat in den vergangenen fünf Jahren um sieben Prozent zugelegt. 42 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeit.

Für Kowalczyk ein Herzensanliegen: "Die Jugendarbeitslosigkeit ist deutlich spürbar zurückgegangen. Die Quote liegt bei 4,4 Prozent. Im Kreis Mettmann gibt es nur noch 1000 junge Menschen unter 25, die arbeitslos gemeldet sind. Das sind über acht Prozent weniger als vor einem Jahr." Die Agentur wolle junge Arbeitslose mindestens einmal im Monat sehen - um etwa bei den Bewerbungsunterlagen zu helfen.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Kreis Mettmann seit 2007: ein Auf-und-Ab bei sinkender Tendenz. FOTO: Gutmann, Thomas
Quelle: RP
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