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Monheim
Soldaten sammeln für den Volksbund

Monheim: Soldaten sammeln für den Volksbund
Standortältester Harald Wegener (links), Hauptfeldwebel Jens Golüke (rechts) und Unteroffizier Robin Bates (20) ziehen mit ihren Sammelbüchsen über den Wochenmarkt in Monheim. FOTO: Matzerath
Monheim. Harald Wegener, Standortältester der Waldkaserne in Hilden, war gestern mit Helfern zum Auftakt in Monheim. Von Petra Czyperek

Hauptfeldwebel Jens Golüke vom zweiten Hildener Feldjägerregiment rappelt vor dem Monheimer Rathauscenter mit der Sammelbüchse. Der 39-Jährige bittet Passanten um eine Spende für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Zwar hasten viele eilig vorbei, doch es sind gerade ältere Menschen wie Roland Schmitz, die stehen bleiben und in ihrem Portemonaie nach Kleingeld kramen. "Es ist mir ein Bedürfnis, für den Erhalt der Kriegsgräber zu spenden", sagt der 64-Jährige. "Ich habe selber gedient und weiß, worum es geht", fügt er leise hinzu. Die Erinnerung schafft sich Raum. Tränen steigen ihm in die Augen.

Gestern waren acht Helfer um Oberst Harald Wegener, Kommandeur des zweiten Feldjägerregiments aus Hilden, in der Monheimer Innenstadt mit Sammeldosen unterwegs. In Zeiten, in denen Krieg und Gewalt in vielen Teilen der Welt die Nachrichten bestimmen, ist es keine leichte Aufgabe, Spenden für den Volksbund zu sammeln. Der Verein kümmert sich um die Gräber deutscher Soldaten aus beiden Weltkriegen im Ausland. Eine Generation, die noch direkte Erinnerung an diese Zeit vor rund 70 Jahren hat, gibt es kaum noch. Und trotzdem seien es die persönlichen Schicksale, die Menschen auch heute noch veranlassten, Geld für die Arbeit des Volksbundes zu spenden, sagt der 47-Jährige. Die Beträge bei den Haus- und Straßensammlungen lägen jeweils zwischen 50 Cent und zehn Euro. Diskussionen über den Sinn der Bundeswehr würden hingegen eher selten geführt. Und so kommen die Passanten immer wieder von selber auf die Sammler zu; viele suchen das Gespräch. Sie erinnern sich an den Vater, Onkel oder andere Verwandte, die in der Kriegsgefangenschaft und im Schützengraben gestorben sind.

Hat die Unterstützung des VDK durch die Soldaten der Hildener Waldkaserne in Monheim langjähriger Tradition, ist Unteroffizier Marie Luise Lenz (26) zum ersten Mal dabei. "Ich rechne damit, dass uns viele helfen wollen und wir wahrgenommen werden", sagt die junge Frau, bevor sie sich ihr rotes Barrett aufsetzt und losmarschiert. Die Schrecken des Krieges haben ihr der Opa und auch der Vater anschaulich beschrieben. "Vielen ist es wichtig, einen Gesprächspartner zu finden", erlebt Stabsunteroffizier Daniel Balder. Die Uniform sei da die direkte Verbindung und erleichtere eine Kontaktaufnahme, glaubt der 25-Jährige.

Bürgermeister Daniel Zimmermann hatte die Soldaten vor ihrer Aussendung bei einem Frühstück im Rathaus begrüßt. Am kommenden Mittwoch sind sie mit ihren Büchsen in Baumberg unterwegs. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird auch in Langenfeld von den Soldaten der Waldkaserne unterstützt. An den beiden kommenden Freitagen, 4. und 11. November, sind sie vormittags in der Fußgängerzone unterwegs. Und sie unterhalten einen Infostand auf dem Wochenmarkt. Außerdem bitten sie an drei Terminen an Langenfelder Haustüren um Geld für den Volksbund: am 8., 15. und 18. November.

Quelle: RP
 
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