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Langenfeld
Solingen wird zum Sackbahnhof

Langenfeld: Solingen wird zum Sackbahnhof
Der Hinweis auf dem Banner, dass für sechs Wochen in Wuppertal keine Züge zu sehen sind, ist nicht ganz richtig: Aus Osten kommend enden und starten alle Linien in Oberbarmen, zudem verkehrt die S 7 über Ronsdorf von und nach Remscheid beziehungsweise Solingen. FOTO: Martin Kempner
Langenfeld. Am 30. August soll das Stellwerk in Vohwinkel in Betrieb genommen werden. Vorab wird sechs Wochen gesperrt. Von Guido Radtke

Die Osterferien waren nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Pendler und Bahn-Reisende ab Sonntag im Großraum Wuppertal sechs Wochen lang erwartet. In der Endphase der Bauarbeiten rund um das neue Elektronische Stellwerk in Vohwinkel wird der Zugverkehr zwischen Oberbarmen sowie Solingen, Düsseldorf-Gerresheim und Velbert-Langenberg komplett eingestellt. "Es ist nicht vorgesehen, dass die Sperrung über den 30. August hinausgehen wird", sagt Peter Alsbach, Projektleiter der Bahn.

Mit dem Ende der Sommerferien soll das neue Stellwerk die alte Technik aus den Jahren 1964 (Elberfeld und Vohwinkel) und 1976 (Gruiten) ersetzen und das digitale Zeitalter im Bahnknotenpunkt Wuppertal beginnen. "Wir gehen davon aus, dass sich mit der Inbetriebnahme die Zahl der technischen Störungen reduzieren wird und die Fahrdienstleiter den Zugbetrieb flexibler steuern können", sagt Alsbach.

Wenn in der letzten Bauphase alles reibungslos verläuft und am 30. August um 4 Uhr der erste Zug fahren darf, werden 98 Weichen, 387 Signale, 260 Magnete, 324 Achszähler angeschlossen und 374 Kilometer Kabel verlegt sein. Alleine acht Tage sind für Probefahrten angesetzt.

Die sechswöchige Komplettsperrung nutzt die Bahn, um so viele Parallelbaustellen abzuarbeiten wie möglich. Dazu gehört die Erneuerung der Gleise auf einem Abschnitt von 2,7 Kilometern zwischen Solingen Hauptbahnhof und dem Haltepunkt Haan. 1800 Schwellen und 7000 Tonnen Schotter werden hier verbaut.

Vor alledem steht allerdings noch einmal ein riesiges Schienenersatzverkehr-Paket, damit Reisende und Pendler aus der Region auch ohne Zug an ihr jeweiliges Ziel kommen. Den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kostet die Bereitstellung von 90 Gelenkbussen und 230 Fahrern mit einer Gesamtleistung von mehr als einer Million Kilometern in den sechs Ferienwochen rund 5,8 Millionen Euro.

"Baustellen dieser Größenordnung sind in unseren Verträgen nicht vorgesehen", sagt VRR-Vorstandssprecher Martin Husmann. Zudem sei es nicht ganz einfach gewesen, alle von der Sperrung betroffenen Unternehmen (DB Regio, Abellio, National Express, Keolis) unter einen Hut zu bringen. In den vielen vorbereitenden Gesprächen war es vor allem darum gegangen, Erfahrungen und Kritik aus der zweiwöchigen Sperrpause während der Osterferien in ein überarbeitetes, verbessertes Sommer-Konzept einfließen zu lassen.

Für Fahrgäste aus Solingen oder Leverkusen mit Endziel Wuppertal (oder umgekehrt) wird zum Beispiel eine weitere Schnellbus-Linie eingerichtet. Neben der Nonstop-Verbindung Solingen Hauptbahnhof /Wuppertal-Oberbarmen verkehrt zusätzlich einmal stündlich eine Expresslinie zwischen den Hauptbahnhöfen Solingen und Wuppertal mit Halt am Sonnborner Ufer.

Die Bemühungen, eine Schnellbuslinie durch zusätzliche Fahrten auf der Strecke der S 7 über Remscheid aufzufangen, scheiterten an fehlenden Fahrzeugen und mangels Personal in den Sommerferien. Zumindest werden die Kapazitäten des "Müngsteners" auch am Wochenende ausgeweitet, indem zwei gekuppelte Züge des privaten Betreibers Abellios auf einzelnen Fahrten zwischen Solingen und Oberbarmen eingesetzt werden sollen. Konkret gibt es folgende Fahrplanänderungen: Der Fernverkehr macht einen großen Bogen ums Bergische Land. Alle ICE und IC-Züge werden von Köln über Düsseldorf und das Ruhrgebiet umgeleitet. Die Halte Solingen, Wuppertal und Hagen entfallen. Im Regionalverkehr endet die RB 48 (Bonn - Köln - Wuppertal) aus Süden kommend in Solingen. Der RE 7 (Krefeld - Köln - Münster / Rheine) wird zwischen Solingen und Wuppertal-Oberbarmen unterbrochen. Die S 7 (Solingen - Remscheid - Wuppertal) endet in den Sommerferien in Oberbarmen. In allen Fällen verkehrt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Quelle: RP
 
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