| 00.00 Uhr

Langenfeld/Monheim
Sonntagseinkauf: Urteil bremst Städte aus

Langenfeld/Monheim: Sonntagseinkauf: Urteil bremst Städte aus
FOTO: Matzerath Ralph
Langenfeld/Monheim. In Langenfeld und Monheim wackelt kein Shopping-Sonntag, aber die Verwirklichung neuer Ideen wird schwieriger. Von Thomas Gutmann

Die Städte Langenfeld und Monheim wollen sich vom Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster (OVG) nicht beirren lassen und halten an ihren je vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr fest. "Die besonderen Anlässe, zu denen die Läden in Langenfeld geöffnet werden, sind alle zugkräftig genug. Ich sehe da kein Genehmigungsproblem", sagte Ordnungsamtschef Christian Benzrath gestern mit Blick auf die strengeren Regeln, die das OVG für verkaufsoffene Sonntage festgelegt hat. Aus dem Monheimer Rathaus verlautete Ähnliches. Aber: Die Entwicklung neuer Sonntagsshopping-Formate wird schwieriger.

Das Ladenöffnungsgesetz NRW erlaubt pro Gemeinde bzw. Ortsteil bis zu vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr aus Anlass von Festen, Märkten, Messen und dergleichen. Wie berichtet, hat das OVG kürzlich auf Klage der Gewerkschaft Verdi eine Sonntagsöffnung in Velbert gekippt, weil ihm der Anlass - ein Kinderfest im Ortsteil Neviges - zu unbedeutend erschien. Die Ladenöffnung dürfe gegenüber der anlassgebenden Veranstaltung nur eine untergeordnete Bedeutung haben, heißt es in dem Urteil. Sprich: Das Publikum muss hauptsächlich wegen der Veranstaltung kommen, weniger wegen der Ladenöffnung.

In Monheim zählt nach Ansicht von Bernd Wehner vom ökumenischen Arbeitskreis "Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage" das "Frühlingsfest" zu den nach OVG-Lesart zweifelhaften "erfundenen" Veranstaltungen: "Das ist nicht gewachsen, das hat man sich für die Sonntagsöffnung ausgedacht", ist der Katholik überzeugt. Insgesamt könne er aber mit den vier Shoppingsonntagen in Monheim leben. Gleichwohl begrüßt Wehner das Urteil: "Es setzt der Sonntagsöffnung Grenzen. Je weniger solcher Genehmigungen, desto besser."

In den Augen von Citymanagerin Isabel Port ist das Monheimer Frühlingsfest dagegen seit der dritten Auflage in diesem Jahr etabliert: "Der Andrang am 10. April war riesig, besonders wegen der Biathlon-Arena, aber auch wegen der vielen anderen sportlichen Angebote und darüber hinaus", sagt die federführende Organisatorin aus dem Rathaus. Auch Willibald Lukas, Chef der Werbegemeinschaft "Treffpunkt Monheim", sagt: "Das Frühlingsfest hat die Dimension eines eigenständigen Events angenommen."

Von den Festen mit Sonntagsöffnung in Langenfeld hat das "Frühlingserwachen" die geringste eigenständige Bedeutung - eine Kombination aus Kunsthandwerkermarkt und Fahrradaktionen. Wackelt er deshalb? Nein, sagt Citymanager Jan Christoph Zimmermann. Dennoch ist er mit dem OVG-Urteil überhaupt nicht glücklich: "Ein neues Veranstaltungskonzept mit Sonntagsshopping zu verbinden wird enorm erschwert. Man kann nur noch mit Etabliertem planen." Zimmermann ruft deshalb nach dem Gesetzgeber: "Wenn wir nicht wollen, dass die Städte sich festfahren, sollte das Ladenöffnungsgesetz ihnen hier keine Fesseln anlegen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld/Monheim: Sonntagseinkauf: Urteil bremst Städte aus


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.