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Langenfeld
Sparkasse Düsseldorf macht Gewinn und will ausschütten

Langenfeld. 2014er Bilanz des Geldinstituts mit Filialen in Monheim ist noch beanstandet, da ist schon die 2015er da. Von Thorsten Breitkopf

Für die Sparkasse Düsseldorf, die auch Zweigstellen in Monheim betreibt, hat Vorstandschef Arndt Hallmann die (vorläufige) Bilanz des Jahres 2015 vorgestellt. Wir geben einen Überblick und erklären Probleme.

Im Jahr 2015 hat die Stadtsparkasse erneut einen überraschend hohen Gewinn gemacht. Vor Steuern lag der Gewinn bei 117,8 Millionen Euro. Das ist zwar weniger als 2014, als vor Steuern 135 Millionen Euro verdient wurden, allerdings waren darin außerordentliche Einnahmen von rund 30 Millionen Euro aus dem Verkauf der Immobilientochter Corpus Sireo enthalten.

Arndt Hallmann hat angekündigt, etwa fünf Prozent des Gewinns vor Steuern auszuschütten. Das ist deutlich mehr, als zunächst vorgesehen. Vor dem Streit mit Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte die Sparkasse 3,2 Millionen Euro ausschütten wollen. "Für die Jahre 2014 und 2015 liegt nun eine Empfehlung von insgesamt gut 16 Millionen Euro vor", sagte Hallmann.

Vergangenes Jahr haben 17 der 34 rheinischen Sparkassen an ihre Kommunen ausgeschüttet - insgesamt 63 Millionen Euro. "Mit den vorgeschlagenen fünf Prozent vom Vorsteuergewinn würde die Landeshauptstadt zu den Trägern zählen, die absolut und in Relation zur Sparkasse mit am besten bedacht würde", sagt Hallmann.

Oberbürgermeister Thomas Geisel wollte für das Jahr 2014 26 Millionen von der Sparkasse, und somit vom außerordentlichen Gewinn profitieren. Hallmann dagegen wollte das Geld lieber ins Eigenkapital stecken. Da sie sich nicht einigen konnten, hat Geisel die Bilanz 2014 beanstandet, diese wird jetzt von der Sparkassenaufsicht beim NRW-Finanzministerium geprüft. Wann und wie entschieden wird, ist nicht bekannt.

Eigentlich haben Banken wegen der niedrigen Zinsen aktuell ein Ertragsproblem. Einer der Gründe für die guten Düsseldorfer Zahlen ist das Bewertungsergebnis. Konkret heißt das: Entgegen den Erwartungen wurden weniger Wertberichtigungen gebildet als aufgelöst wurden. Es gab wegen guter Konjunktur weniger Pleiten als befürchtet. Hallmann führt das gute Bewertungsergebnis auch auf seine Risikostrategie zurück. Buchhalterisch hat das Bewertungsergebnis 28 Millionen Euro zum Gewinn beigesteuert. Es gab aber auch Personalabbau - die Bank hat durch Fluktuation 60 Stellen weniger. Es wurden mehr Firmenkredite neu ausgeliehen. 250 Millionen Euro an Unternehmenskunden (Vorjahr 145) und 150 Millionen an Mittelständler (Vorjahr 100). Das Neu-Geschäft mit gewerblichen Immobilienkunden ging zurück von 420 auf 250 Millionen Euro. Privatkunden erhielten 40 Prozent mehr Konsumenten- und Immobilienkredite.

Quelle: RP
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