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Monheim/Düsseldorf
Sparkassen-Vorstand scheitert knapp

Monheim/Düsseldorf. Verwaltungsrat der Stadtsparkasse sprach sich gegen Vertragsverlängerung von van Gemmeren aus. Von Denisa Richters

Der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Düsseldorf, die in Monheim drei Filialen betreibt, hat sich in einer Sondersitzung mit einer knappen Mehrheit von acht zu sieben Stimmen gegen eine Vertragsverlängerung für den Risiko-Vorstand Martin van Gemmeren ausgesprochen. Zu den Gegnern gehörten Oberbürgermeister Thomas Geisel, die Verwaltungsräte von SPD, Grünen, FDP und Linkspartei sowie einer der fünf Arbeitnehmervertreter - dem Vernehmen nach der Personalratschef Wilfried Preisendörfer.

Bei den Mitarbeitern der Stadtsparkasse soll van Gemmeren nicht wohlgelitten sein. Auch im Verwaltungsrat hatte er Geisel und die Ampel-Politiker gegen sich, weil er als der Treiber des restriktiven Kurses des Vorstands gilt, nahezu die kompletten Überschüsse in die Risikovorsorge zu stecken und nur einen Bruchteil an die Stadt auszuschütten. "Die Stadtsparkasse Düsseldorf verliert einen ausgewiesenen Fachmann für das Bilanz- und Risikomanagement", sagt CDU-Ratsfraktionschef. Van Gemmeren habe wesentlich zur Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Instituts beigetragen. "Dieser Sachverstand wird dem Haus fehlen." An van Gemmerens Fachlichkeit zweifeln auch die Gegner der Vertragsverlängerung nicht, sehr wohl aber an der Strategie, die überplanmäßige Gewinne vollständig in die Eigenkapitalbildung zu stecken. Darin waren sich van Gemmeren und Sparkassen-Vorstandschef Arndt Hallmann einig.

Die Fronten zwischen Geisel und Hallmann verhärteten zusehends, führten schließlich zur Beanstandung des Jahresabschlusses 2014 durch Geisel. Er sah den Verwaltungsrat und den Stadtrat als Versammlung des Trägers der Stadtsparkasse zu wenig an der Entscheidung über die Verwendung der Gewinne beteiligt. Die Sparkassenaufsicht des Landes folgte seiner Argumentation, sah dieses Vorgehen als rechtswidrig. Der Vorstand hat Informationen unserer Redaktion zufolge eine Klagefeststellung beim Verwaltungsgericht gegen den Bescheid der Aufseher eingereicht - sie dient zunächst der Aufhebung der Klagefrist, die am 9. Juli endet. Ob der Vorstand am Ende tatsächlich klagt, ist noch offen.

Sollte es dazu kommen, werden auch bei Hallmanns im September anstehender Vertragsverlängerung die Karten neu gemischt. Derzeit gäbe es im Verwaltungsrat und wohl auch im Stadtrat eine Mehrheit für die Verlängerung, denn die FDP will den Vertrag nicht auslaufen lassen. Hallmann stünde dann ein Übergangsgeld und später ein Ruhegeld von monatlich mehr als 20.000 Euro zu. Bei van Gemmeren sind es immerhin fast 17.000 Euro. Doch bei einer Klage, die sich indirekt auch gegen die Ampel-Politiker im Verwaltungsrat richtet, gälte das Vertrauensverhältnis als geschädigt.

Quelle: RP
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