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A1-Rheinbrücke Leverkusen
Ansturm auf Fähren durch Brücken-Sperrung

Sperrung der A1-Rheinbrücke Leverkusen: Ansturm auf Fähren
Die Hitdorfer Fähre wird ab Donnerstagabend für einige Tage wohl mehr zu tun bekommen denn je. FOTO: Uwe Miserius
Langenfeld. Von Donnerstagabend bis Montagmorgen wird die Leverkusener A1-Brücke gesperrt. Das bedeutet Hochbetrieb für die Rheinfähre Hitdorf-Langel. Auch die Zonser Fähre macht eventuell Überstunden. Von Sebastian Fuhrmann und Heike Schoog

Am Donnerstag wird die Rheinbrücke der Autobahn 1 zwischen Leverkusen und Köln für den Verkehr gesperrt. Die Mitarbeiter der Rheinfähre in Hitdorf, die vier Mal in der Stunde nach Köln-Langel und zurück fährt, bereiten sich schon darauf vor. "Wir haben sicherlich das Doppelte zu tun", sagt Tan Minh Nguyen, Kapitän der Fähre. Personell wird für die Zeit der Sperrung aufgestockt. "Wir wollen einen reibungslosen Ablauf ermöglichen und Wartezeiten verhindern, deswegen wird ein zweiter Kassierer eingesetzt", sagt Nguyen. Stehen die Fahrgäste vor dem Ableger Schlange, fährt die Fähre - wenn nötig - ohne Pause durch. Das sagte ein Sprecher der zuständigen Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK).

Die Rheinfähre Hitdorf-Langel fährt an 362 Tagen im Jahr und ist bei Pendlern eine geschätzte Beförderungsalternative. Nach Angaben der HGK transportiert sie pro Tag durchschnittlich 800 Fahrgäste, 350 Pkw, 20 Motorräder, 165 Fahrräder und 30 Lastwagen. 18 Autos passen auf die Ladefläche, vorausgesetzt, es fahren keine Lkw mit. "Maximal kalkulieren wir mit einer Gesamtladung von 30 bis 40 Tonnen", sagt Kapitän Nguyen. "Sogar 60 wären möglich, aber wir wollen die Fähre nicht zu stark belasten."

Und was passiert, wenn ein Lkw am Ableger steht, der schon alleine einen Großteil des Gewichts mitbringt? "Wir werden niemanden abweisen", sagt Nguyen. "Aber wir können den Fahrern diplomatisch nahelegen, dass sie lieber beim nächsten Mal fahren sollen."

Derweil laufen an der Autobahn-Brücke die Arbeitsvorbereitungen. Nach Angaben des zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW sollen die Schweißarbeiten am Freitagmorgen um 6 Uhr beginnen. Acht Schweißteams aus je einem Schweißer und einem Schlosser werden in Elf-Stunden-Schichten mit einstündiger Pause an der Brücke arbeiten. Vier Teams werden bis Montagmorgen, wenn die Sperrung planmäßig enden soll, abwechselnd im Einsatz sein. "Der Zeitrahmen ist eng", sagt ein Straßen-NRW-Sprecher.

Die marode Rheinbrücke muss vollständig gesperrt werden, damit Experten Risse im Traggestell der Rheinquerung schweißen können. Die größten Sorgen bereitet ein 40 Zentimeter langer Riss, der die Statik des Baus bedroht. Der Schaden war bereits behoben worden, doch der Riss brach wieder auf. Laut Straßen NRW hielt die Naht nicht, weil die Brücke bei den Schweißarbeiten nicht schwingungsfrei war. Damit sie es dieses Mal ist und die Naht hält, beschlossen die Planungsverantwortlichen die Sperrung. Nach Angaben des Landesbetriebs entstehen immer wieder neue Schäden an der Brücke, weil trotz Lkw-Verbots Tausende Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen über die Brücke fahren. Nach Angaben der Stadt Leverkusen sind es rund 116 pro Tag.

Uwe Nammert, Kapitän der Rheinfähre Niederrhein, die zwischen Urdenbach und Zons verkehrt, glaubt: "Der größte Ansturm wird wohl die Hitdorfer Fähre treffen. Deshalb warten wir erst einmal ab." Aber wenn viel los sei, würden er und seine beiden Kollegen natürlich länger machen. Üblicherweise verkehrt die Fähre wochentags von 6 bis 21 Uhr. "Wenn 20 Autos am Ufer stehen, transportieren wir die selbstverständlich", sagt Nammert.

Quelle: RP
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