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Einwurf
Alles Moment-Aufnahmen?

Langenfeld. Manche Trainer haben es zu einem Mantra gemacht - vor allem dann, wenn es am Anfang der Saison fast schon zu gut lief. Es sei alles nur eine Moment-Aufnahme, wenn auch eine schöne, die man immerhin genießen dürfe. So oder ähnlich hieß es sehr regelmäßig. Und nach acht bis zehn Spielen lasse sich viel eher einschätzen, wohin der Weg einer Mannschaft eventuell führen könne. Dieses Paket an Meisterschafts-Aufgaben liegen nun hinter den Fußballern, denn die einst neue Saison 2017/2018 ist nun schon etwas älter. Dabei stellt sich die Frage, wo denn nun die beiden Oberligisten FC Monheim und SF Baumberg tatsächlich zu Hause sind.

Sicher ist, dass die Monheimer nach dem 1:1 im Derby mit 17 Punkten in der Tabelle weiter knapp vor den Sportfreunden stehen, die einen Zähler weniger haben als der Aufsteiger und allein das bestimmt ärgerlich finden werden. Sicher ist auch, dass die Monheimer das rein gesangliche Duell an der Sandstraße klar zu ihren Gunsten entschieden. Während von den SFB-Freunden wenig zu hören war, ging es auf der anderen Seite schon ziemlich lautstark zu. Dafür bedankten sich die Spieler nach dem Abpfiff mit Recht. Ganz nebenbei: Vielleicht kann ein Teil der singenden FCM-Fans gelegentlich mal erklären, warum in Textbausteinen wiederholt das Substantiv "Hurensohn" Verwendung finden muss. Das klingt nicht nur wie eine Beleidigung - es ist selbst für Derby-Verhältnisse eine.

Rein sportlich eint die beiden Nachbarn bei allen Unterschieden die Tatsache, dass sie sportlich gerade etwas auf der Stelle treten. Monheim konnte lediglich eines der vergangenen sechs Spiele für sich entscheiden, Baumberg gar keines mehr. Nach einem jeweils erstklassigen Start in die Saison ergeben sich daraus die Plätze acht (FCM) und zehn. Weil beide aber seit dem Saisonbeginn ohne Pause betonen, "nur" so schnell wie möglich den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen, liegen sie damit selbst jetzt noch im Soll oder sogar leicht darüber. Wohin der Weg am Ende führt, lässt sich daraus trotzdem nicht ableiten. Im schlimmsten Fall droht bei anhaltendem Trend sogar doch Ungemach.

Zwei Etagen tiefer scheint der Bezirksligist SC Reusrath (SCR) gewillt zu sein, sich in der Tabellenspitze festzusetzen. Trainer Ralf Dietrich und sein Team hatten sich vorgenommen, den vierten Platz aus der vergangenen Saison zu übertreffen und im oberen Drittel zu landen. Da sind die Reusrather definitiv angekommen, denn im Feld aus 18 Klubs endete das erste Drittel bei Rang sechs. Oder ist am Ende alles nur eine schöne Moment-Aufnahme? Die Antwort darauf können nur die Reusrather selbst geben. Michael Deutzmann

Quelle: RP
 
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