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Lokalsport
Anna Ribbers ist die Herrin der Kugeln

Langenfeld. Das Langenfelder Talent gewann bei den Deutschen Meisterschaften der B-Jugend zur eigenen Überraschung vier Medaillen - zweimal Gold und zweimal Silber. Das Sportkegeln ist ihre Leidenschaft, für die sie intensiv trainiert. Von Fabian Schmitt

Anna Ribbers war selbst überrascht. "Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass ich so gut abschneiden würde", sagt die 14-Jährige, die für die Langenfelder Sportkegler auf die Bahnen geht. Vor Kurzem machte das Langenfelder Talent bei den Deutschen Meisterschaften in Gütersloh auf sich aufmerksam, indem sie zweimal Gold und zweimal Silber gewann.

In der B-Jugend B siegte Ribbers mit Sonja Safdar (SKV Rees) im Paarkampf (454 Holz) und im Team-Doppel belegte das Duo den zweiten Rang (628). Anschließend erreichte Anna Ribbers mit Jan Heier (SKV Rees) die Silbermedaille im Mixed (497). Durch die Spielgemeinschaft zwischen Langenfeld und Rees fand Ribbers den Weg zu ihren sportlichen Partnern, mit denen sie sich sehr gut versteht.

Ohne die Unterstützung der beiden musste die Langenfelderin im Einzel ran. Die Schülerin in der achten Klasse des Konrad-Adenauer-Gymnasiums sicherte sich zunächst einen der acht Endlauf-Plätze, weil sie im Vorlauf auf dem fünften Rang landete (641 Holz). Mit der Steigerung auf 652 Holz im Endlauf holte sich Ribbers die Goldmedaille und stellte nebenbei einen persönlichen Rekord auf. Langenfelds Verantwortlichen überrascht das gute Abschneiden nicht. "Wir wissen, was Anna kann. Aber natürlich haben wir ihr nicht vor dem Wettkampf die Chancen klargemacht. Das wäre keine gute Taktik gewesen", meint Assistent Bernd Rimlinger, der Trainerin Melanie Quirl zur Seite steht.

Dass Ribbers derart auftrumpfen konnte, hat sie primär ihrer guten Konzentration und Ausdauer zu verdanken. Innerhalb der drei Turniertage musste die 14-Jährige immerhin 420 Kugeln werfen. Eine solche Kraftleistung war nur möglich, weil Ribbers zwei bis drei Mal pro Woche trainiert. "Anna ist fleißig und ehrgeizig", lobt Quirl, "dieser Ehrgeiz ist aber noch in gesundem Maße vorhanden. Er ist nicht übertrieben." Rimlinger unterstreicht, dass Sportkegeln sehr anspruchsvoll sei: "Es ist wissenschaftlich belegt, dass ein Durchgang mit 120 Würfen der Belastung eines 5000-Meter-Laufes entspricht."

Während andere Jugendliche in ihrer Altersklasse zum Reiten oder Schwimmen gehen, widmet sich Ribbers mit Leidenschaft dem Sportkegeln - dem auch einige Familienmitglieder anhängen. "Ich bin durch meinen älteren Bruder Alexander zu diesem Sport gekommen. Mein Vater Jürgen ist seit Jahren bei Stadtmeisterschaften dabei", erklärt Anna Ribbers, die 2011 mit dem Kegeln begann.

Am Wochenende beim U-14-Dreiländervergleich zwischen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland in Wesel will sich die Langenfelderin erneut beweisen. Ab 2016 muss sie dann aufgrund ihres Alters in der U 18 kegeln. Derzeit wiegt die Kugel nur 1,8 Kilogramm und sie hat einen Durchmesser von 14 Zentimetern, doch demnächst muss sich Anna Ribbers mit einem veränderten Spielgerät von 2,8 Kilogramm Gewicht und einem Durchmesser von 16 Zentimetern zurechtfinden. "Das wird für Anna eine Umstellung sein", weiß Rimlinger. Vielleicht kann die Deutsche Meisterin dann erneut alle überraschen - sich selbst eingeschlossen.

Quelle: RP
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