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Auch in Teilzeit: Philip Lehnert fühlt sich wieder wohl an der Sandstraße

Lokalsport: Auch in Teilzeit: Philip Lehnert fühlt sich wieder wohl an der Sandstraße
Herr der Lage: Monheims Philip Lehnert (rechts) war ein echter "Störfaktor" für Toni Munoz-Bonilla und seine Baumberger. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Das erste Meisterschafts-Duell der Nachbarn SF Baumberg (SFB) und FC Monheim (FCM) war in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Das Stadion an der Sandstraße, in dem normalerweise etwa 100 Zuschauer oder ein paar mehr eine übersichtliche Kulisse abgeben, war diesmal richtig voll. Rund 800 Fußball-Fans dürften es gewesen sein, die sich das Derby in der Fußball-Oberliga nicht entgehen lassen wollten. Sie kamen voll auf ihre Kosten, weil es bis zum Schluss spannend blieb. Auf das nächste Duell dieser Art müssen die Beteiligten nun genau ein halbes Jahr warten, denn das Rückspiel im Monheimer Rheinstadion steht erst am 15. April 2018 auf dem Programm. Von Michael Deutzmann

Die jetzige Partie war unter anderem eine Bühne für Teilzeit-Arbeiter - vor allem für solche Spieler, die aufgrund verschiedener Blessuren gerade auf dem Sprung zurück sind. Herausragend: Philip Lehnert, der Neuzugang des FCM, der vor der Saison vom Oberliga-Konkurrenten TuRU Düsseldorf nach Monheim gekommen war. Dass der für die Ordnung zuständige Mittelfeldspieler an der Sandstraße bestens zurechtkommt, hatte er zuletzt im Dezember 2014 gezeigt. Damals führte er Düsseldorf durch einen starken Auftritt im Spiel zweier gefährdeter Mannschaften zu einem 2:0 und am Ende der Saison mussten die Baumberger in die Landesliga absteigen.

Jetzt war der früher für den SSV Berghausen und TuSpo Richrath tätige Lehnert lange Zeit wieder eine der überragenden Figuren auf dem Platz. Der 25-Jährige gab Anweisungen, erkannte fast jede Situation richtig - und machte überhaupt den Eindruck, er gehöre schon immer zum Monheimer Spiel. Dabei war Lehnert nach seinem Sommerwechsel noch lange wegen eines lädierten Sprunggelenks zu einer Zwangspause gezwungen, ehe er kürzlich im Heimspiel gegen den VfB Speldorf (0:2) bereits ein überzeugendes Debüt gab. Dass der FCM in der zweiten Hälfte in Baumberg immer mehr unter Druck geriet, hatte auch mit der 65. Minute zu tun - als Lehnert den Platz verlassen musste. "Ich bin umgeknickt", berichtete der Mittelfeldmann, dessen Übersicht und Spielintelligenz den Gästen fortan deutlich fehlten.

Auf einen Mini-Einsatz brachte es Baumbergs Angreifer Miguel Lopez-Torres, dessen Mitwirken nach einer langen Pause aufgrund anhaltender Oberschenkel-Probleme (Sehnenreizung) völlig ausgeschlossen zu sein schien. Dann aber machte sich der Angreifer mit warm. Seine Hoffnung: "Vielleicht geht es am Ende wenigstens für ein paar Minuten." Kurz vor Schluss zog SFB-Trainer Salah El Halimi dann tatsächlich den Routine-Joker und brachte ihn für den Stürmer-Kollegen Jannik Weber, der ebenfalls erst seit Kurzem wieder an Bord ist (nach Wadenverletzung).

Die vier Minuten von Lopez Torres bewirkten nichts Entscheidendes, doch ein anderer hätte diese überschaubare Zeitspanne liebend gerne in Anspruch genommen. Baumbergs Louis Klotz allerdings, der nach seinem Kreuzbandriss aus dem Frühjahr hart gearbeitet hat und heiß auf das Comeback ist, musste bis zum Abpfiff zusehen. "Ich hätte ihm vielleicht ein paar Minuten geben können, wenn wir klar geführt hätten", fand sein Trainer El Halimi, der keinen Sinn in einem zu großen Risiko sah. Außerdem war das Duell der Nachbarn auch so außergewöhnlich genug.

Quelle: RP
 
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