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Lokalsport
Baumberg kann jetzt auch verteidigen

Monheim. Der Fußball-Oberligist war schon immer offensiv stark. Zum Saisonstart zeigte das Team von Trainer Salah El Halimi mit dem 2:0 in Homberg auch eine bessere Balance. Das Spiel morgen gegen TuRU Düsseldorf könnte spannend werden. Von Michael Deutzmann

Es ist keine Ewigkeit her, aber schon ziemlich lange. Und wer den Sportfreunden Baumberg (SFB) die Daumen drückt, konnte sogar vermuten, dass seine Mannschaft am Anfang einer Saison in der Fußball-Oberliga oder vorher in der Niederrheinliga sowieso noch nie gewonnen hat. "Ich weiß es gar nicht mehr", sagt SFB-Trainer Salah El Halimi. Richtig ist: Es gab schon vor dem 2:0 am vergangenen Sonntag beim VfB Homberg mal einen Dreier zum Saisonstart - am 4. August 2012 beim 1:0 gegen den VfB Speldorf. Den Treffer des Tages seinerzeit erzielte Michael Rentmeister, der inzwischen längst nicht mehr für Baumberg aktiv ist. Aus dem aktuellen Kader gehörte damals nur einer zur Startelf: Louis Klotz, der sich momentan nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining befindet. Ali Daour und Wiren Bhaskar wurden vor fünf Jahren später eingewechselt. Fazit: Es hat sich eine Menge verändert.

Neu für Baumberger Verhältnisse war zuletzt aber auch das taktische Auftreten der Mannschaft, die in Homberg durch eine passende Abstimmung zwischen Offensive und Defensive überzeugte. Als spielerisch stark galt das Team immer - auch in der vergangenen Saison. Baumberg stellte in Mittelfeldmann Robin Hömig den erfolgreichsten Spieler der Saison (27 Treffer) und brachte es am Ende auf ungewöhnliche 76:68 Tore. Zusammengefasst: Die Sportfreunde hatten den drittbesten Angriff der Oberliga - und bisweilen erhebliche Schwächen in der Abteilung Defensive. Damit stand nach dem relativ sicher geschafften Klassenerhalt eins der Hauptziele für die neue Saison fest. "Wir müssen die Balance verbessern", hatte El Halimi mehrmals betont. Da gab es bereits in der Vorbereitung deutlich erkennbare Fortschritte, sodass die Baumberger am Ende keinen einzigen Test verloren. In Homberg machte El Halimis Team dort weiter - und tat viel fürs Spiel, ohne die Absicherung nach hinten zu vergessen.

Dafür waren unter anderem die auf der gerne "Sechser" genannten Position eingesetzten Deo Kisolo Biskup und Roberto Guirino zuständig. Ganz hinten gab es dann noch Kapitän Kosi Saka, der seinen Ankündigungen ("Bin fit wie seit fünf Jahren nicht mehr") entsprechende Taten folgen ließ und sich als stärkster Spieler einer insgesamt überzeugenden Mannschaft hervortat. Der Ex-Profi wird auch morgen Abend (19.30 Uhr, Sandstraße) im Heimspiel gegen TuRU Düsseldorf wieder als Mannschaftsführer auflaufen, denn Ivan Pusic als Nummer eins in der internen Kapitänsliste ist gerade erst aus dem Urlaub zurück und kommt deshalb noch nicht für einen Einsatz in Frage.

Fehlen wird auch der verletzte Jörn Zimmermann, der in Homberg bis zu seiner Auswechslung ebenfalls eine überzeugende Partie zeigte. Die Position des Rechtsverteidigers nimmt der für Zimmermann eingewechselte Christian Krone ein, der in der vergangenen Saison vor allem in der zweiten Hälfte kaum mehr aus der Mannschaft wegzudenken war. "Ich habe da gar keine Bedenken", sagt El Halimi. Für ihn ist diese Personalie eher ein Beleg dafür, dass die Sportfreunde in dieser Saison Ausfälle einfacher werden wegstecken können: "Wir sind in der Breite besser aufgestellt. Das ist gut zu wissen."

Einiges spricht dafür, dass die Aufgabe gegen die TuRU viel Unterhaltung bieten könnte. Beide Mannschaften legen offensichtlich Wert darauf, Fußball zu spielen - und sind nicht vorwiegend auf das Zerstören gegnerischer Aktionen aus. Düsseldorf bot beim 4:3 zum Auftakt gegen den DSC 99 Düsseldorf mindestens bis zum 4:0 eine sehenswerte Leistung mit viel Spielwitz und Druck. Für die Sportfreunde als "Spion" dabei war zunächst Innenverteidiger Vato Murjikneli, während Chefcoach El Halimi zur zweiten Hälfte kam - nachdem er vorher 45 Minuten des FC Monheim gegen Ratingen 04/19 gesehen hatte (3:1). "Ich hoffe, dass es ein spannendes Spiel wird", sagt Baumbergs Trainer. Natürlich hätte er trotzdem nichts gegen einen weiteren Dreier einzuwenden. Dann könnte sie an der Sandstraße überlegen, wann es zuletzt am Anfang einer neuen Saison zwei Siege hintereinander gab.

Quelle: RP
 
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